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Pressegespräch mit dem neuen Rektor: Prof. Dr.-Ing. Ingo Wolff

26.02.1999 - (idw) Gerhard-Mercator-Universität Duisburg (bis 31.12.2002)

Der neue Rektor der Mercator-Universität Duisburg, Prof. Dr.-Ing. Ingo Wolff, Elektrotechnik, tritt am 23. März sein Amt offiziell an. Am kommenden Dienstag stellt er der Presse seine Ziele für das Rektoramt vor.

Dazu laden wir Sie herzlich ein in die Universität ein am

Dienstag, 2. März 1999, 11 Uhr
Uni-Bereich Lotharstr. 57, Mercatorhaus
Erdgeschoß, Hanielsaal

zur Person:
Prof. Wolff (60) studierte Elektrotechnik in Aachen, wo er auch promo-vierte und sich habilitierte. 1974 wurde Prof. Wolff auf die Professur für Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik an der 1972 gegründeten Universität Duisburg berufen. Er engagierte sich sofort in verschiedenen Selbstverwaltungsaufgaben, insbesondere als Dekan, Konrektor für For-schung und als Senator.


Überregional vertrat er die Mercator-Universität Duisburg im Fakultäten-tag Elektrotechnik und wirkte in verschiedenen internationalen Fachgre-mien und in der Herausgabe führender Wissenschaftszeitschriften mit.

Die Einrichtung des Sonderforschungsbereichs Höchstfrequenz- und Höchstgeschwindigkeitsschaltungen aus III-V-Halbleitern ist seiner wissen-schaftlichen Weitsicht, Initiative und Beharrlichkeit zu verdanken. Dieser Sonderforschungsbereich leistet wissenschaftlich Herausragendes auf dem Gebiet modernster mikroelektronischer Schaltungen für die Kommunika-tionstechnik.

Eine internationale Spitzenposition nimmt auch das Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik in Kamp-Lintfort ein, das 1993 von Prof. Wolff ins Leben gerufen wurde. 1998 erhielt Prof. Wolff den renommier-ten Heinrich-Hertz-Preis der Badenwerk-Stiftung und der Universität Karls-ruhe.


Ziele für das Rektoramt

Für das Rektoramt hat sich Prof. Wolff viel vorgenommen, denn er strebt die Umwandlung der Universität-Gesamthochschule in eine Universität an. Der Hauptgrund dafür ist, daß das Konzept der integrierten Studien-gänge, wie sie an allen Gesamthochschulen angeboten wer-den, bis auf wenige Ausnahmen gescheitert ist.

Das neue Duisburger Studiengangskonzept sieht ausschließlich uni-versitäre Studiengänge vor, die auch zunehmend neben den be-währ-ten deutschen Hochschulabschlüssen international anerkannte, aufeinan-der aufbauende Abschlüsse (z.B. Bachelor/Master) anbieten werden. Er-halten bleibt künftig der offene Hochschulzugang für Absol-venten der Fachoberschule, denn hier gibt es ein erhebli-ches Potential hochqualifi-zierter, studierfähiger junger Menschen.

Dialog zwischen den Disziplinen stärken

Prof. Wolff: "Ein wesentliches Ziel meines Rektorates wird sein, den Dialog zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen zu verbessern. In Forschung, Entwicklung und Lehre sollten die Natur- und Ingenieur-wissenschaftler eng mit den Geistes-, Sozial- und Gesellschaftswissen-schaften zusammen-arbeiten."

Angestrebt wird eine disziplinübergreifende Herangehensweise an wegweisende Grundfragen der Ingenieurwissenschaften etwa in moder-nen Medientechnologien, der Verkehrsforschung, in der Kommunika-tionsstechnik oder auch in der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik sowie in der Material- und Umwelttechnik auch unter Einbeziehung der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.


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Neuer Rektor

Prof. Dr.-Ing. Ingo Wolff
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Prof. Wolff: "Die Forschung sollte sich vor allem an der Lösung künftiger gesellschaftlicher Probleme orientieren und Schwer-punkte setzen im Be-reich verbesserter Lebens- und Umweltbedin-gungen. Gleichzeitig muß sich die Universität Schwerpunkte erarbei-ten, die einer deutlichen Profilbildung und Darstellung der Universi-tät nach außen dienen." Aber auch die Geisteswissenschaften können und müssen, so Wolff, mit ih-ren speziellen Fragestellungen und Methoden zur Pro-filbildung der Uni-versität beitragen.

Der Bereich der Politikberatung sowie die Bereiche Friedensfor-schung und Jüdische Studien, insbesondere aber auch der Bereich der Nie-derrhein-Forschung und die enge Verknüpfung zu dieser Region bis in den niederländischen Bereich hinein, sind bereits jetzt typisch für die Duis-burger Universität. Sie sollen, neben anderen in-teressanten Aktivitäten, wie z.B. den Ostasienwissenschaften, in Zukunft deutlich unterstützt und weiterentwickelt werden.


Diskussionskonzept: Künftig vier bis sechs Fakultäten

Der künftige Rektor setzt sich in seiner Amtszeit für den Zusam-menschluß mehrerer Fachbereiche zu Fakultäten ein. Ein Diskussionskonzept könnte zukünftig an der Mercator-Universität Duisburg vier bis sechs Fakultäten vorsehen:

q eine naturwissenschaftlich-mathematische Fakultät aus den jetzigen Fachbereichen Physik, Mathematik und Chemie,
q eine geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fakultät aus den Fachbereichen bzw. Gesellschafts- und Geisteswissen-schaften, Sozialwissenschaften, Psychologie und Geographie
q eine sprach- und kulturwissenschaftliche Fakultät aus dem Fach-bereich Sprach- und Literaturwissenschaften sowie dem Fach Päd-agogik
q eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und
q eine ingenieurwissenschaftlich-technische Fakultät aus den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und dem Fach In-for-matik

Der Fachhochschulstudiengang Hütten- und Gießereitechnik ist eine Duisburger Spezialität mit hohem Ansehen. Er soll in der bishe-rigen Form erhalten bleiben.


Leistung, Qualifikation und Wettbewerb

Wichtige Stichworte der kommenden Jahre werden, so Prof. Wolff in sei-nen Grundsatzüberlegungen, Leistung, Qualifikation und Wettbewerb sein. Deshalb wird sich die Universität Verfahren zur Evaluation und Lei-stungsbewertung von Forschung und Lehre erar-beiten.

Es werden zunehmend Studiengänge und Studienanteile angeboten werden, die auf die Ausbildung ausländischer Studenten ausge-richtet sind, einen international anerkannten Abschluß vermitteln und in einer Fremdsprache abgehalten werden.

Studenten erhalten nach den Plänen von Prof. Wolff mehr An-reize, ihr Studium in Duisburg aufzunehmen und hier in der Regel-studienzeit zu absolvieren. Ein Anreiz könnte beispielsweise eine Vereinbarung mit der Wirtschaft sein, für solche Absolventen interes-sante Arbeitsplätze bereit zu halten. Im gesamten Bereich der Lehre sollen in Zukunft neue Metho-den unter Einsatz multimedialer Techniken erprobt und zunehmend eingesetzt werden.

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