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Bennigsen-Foerder-Preis für FernUni-Wissenschaftlerin

03.03.1999 - (idw) FernUniversität in Hagen

Bereits zum zweiten Mal nach 1998 erhält mit Dr. Susanne Lütz eine Nachwuchswissenschaftlerin der FernUniversität Hagen den Bennigsen-Foerder-Preis: Die Lehrstuhlvertreterin im Lehrgebiet Allgemeine Politikwissenschaft ist eine der Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 1999. Ihr geplantes Projekt "Demokratische Politik im internationalen Mehrebenen-System" soll einen Beitrag dazu leisten, überstaatliche Einrichtungen demokratisch zu legitimieren und Entscheidungsprozesse für Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar zu machen. Ein Bereich, auf den die Ergebnisse angewendet werden könnten, ist die diskutierte Reform der EU-Institutionen.

Aufgrund der bisher noch wenigen relevanten Forschungsergebnisse gibt es nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Politikwissenschaft noch große Unsicherheiten über Mittel und Wege, solche Einrichtungen demokratisch zu legitimieren und sie für die Bürgerinnen und Bürger durchschaubar zu machen. Bislang herrscht die Vorstellung vor, daß Demokratie an abgegrenzte und überschaubare Territorien, etwa an Nationalstaaten, gebunden ist. Diese jedoch lösen sich auf, es entstehen übergeordnete Institutionen wie die Europäische Union. Darüber und daneben gibt es jedoch weitere Zusammenschlüsse von Staaten und privaten Einrichtungen. Das Baseler Komitee im Finanzmarkt-Bereich z. B. soll Standards zur Abwehr von Finanzkrisen entwickeln. Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen Politikfeldern, etwa dem Umweltschutz, zu beobachten.

Dr. Susanne Lütz hat festgestellt, daß sich in der politikwissenschaftlichen Diskussion die Einschätzung von Entscheidungsprozessen verändert, weg von der bisherigen Output-Orientierung ("effiziente Strukturen") hin zur Input-Orientierung ("mehr Bürgerbeteiligung"). "Wie etwa", so fragt Dr. Susanne Lütz, "kann man z. B. das Europäische Parlament durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bürgerbeteiligung und Effizienz so aufwerten, daß es den nationalen gleichgestellt ist?"

Sie will in verschiedenen Politikfeldern untersuchen, wo auf nationalstaatlicher, auf europäischer und auf globaler Ebene Unterschiede vorliegen, wie Entscheidungsprozesse ablaufen und wie sich die Prozesse seit 1980 verändert haben. Hierfür soll das Vorhaben in einen internationalen Forschungsverbund mit weiteren Partnern in USA, Kanada, Australien und Großbritannien eingebunden werden.

Sofern Erfolgsbeispiele gefunden werden, könnten - hofft Susanne Lütz - Steuerungsformen entwickelt werden, die mit den demokratischen Regeln im Einklang stehen. Das Problem hierbei sind u. a. die unterschiedlichen Gegebenheiten und Systeme der Nationalstaaten. Susanne Lütz jedenfalls geht nicht davon aus, daß sich erfolgreiche Beispiele aus einzelnen Staaten ohne weiteres auf überstaatliche Einheiten übertragen lassen: "Schnelle Lösungen sind nicht zu erwarten, dafür sind die Probleme zu kompliziert!"

Am 17. März wird ihr die Ministerin für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Gabriele Behler, die Auszeichnung überreichen.
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