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Dortmunder Bauforschung: Beim EXPO-Pavillon ist jede Säule ein Pappenstiel

05.03.1999 - (idw) Universität Dortmund

(ACHTUNG: SPERRFRIST 9.3.1999, 15 Uhr wegen bevorstehender Vertragsunterzeichnung.) - Daß dieses Projekt nicht von Pappe sei, kann niemand behaupten: Bei der EXPO 2000 in Hannover will sich Japan mit einem Pavillon, der weitgehend aus Pappe besteht, der Weltöffentlichkeit präsentieren. Das Institut für Bauforschung der Universität Dortmund prüft jetzt, ob die tragenden Bauteile dem Gebäude die notwendige Haltbarkeit geben und nach kräftigen Regengüssen nicht einfach aufweichen.

Für Dr.-Ing. Klaus Block, Leiter des Instituts für Bauforschung der Universität Dortmund, hat die Untersuchung des geplanten Pavillons besonderen Reiz: "Es geht um ein Gebäude von nur begrenztem Nutzwert. Es kann nach Abschluß der Weltausstellung fast komplett recycelt werden."

Der von dem japanischen Architekten Shiregu Ban entworfene Pavillon besteht im Kern aus einer Halle von 30 mal 35 Meter Fläche, auf der sich netzförmig verlegte Papprohre wölben. Auf drei Seiten ist die Halle umgeben von einem Säulengang mit etwa 10 Meter hohen Pappstützen.

Die Rohre bestehen aus diversen Lagen Papier, die mit hochwertigen Klebern zusammengefügt und außen mit einer Kunststoffhaut versehen werden, damit sie auch bei Dauerregen nicht aufweichen. Die Montage soll Ende 1999 beginnen, Die Expo dauert bis zum 30. September. Insgesamt muß eine mindestens 12-monatige Haltbarkeit garantiert sein.

Auch wenn es in Japan bereits Erfahrungen mit derartigen Konstruktionen hat: Die Dortmunder Bauforscher müssen jetzt ein unabhängiges Urteil darüber fällen, ob der Pavillon den hiesigen Normen für die Standsicherheit entspricht. Denn bevor das Haus aus Pappe wieder zu Pappe wird, muß es viele tausende, vielleicht Millionen EXPO-Besucher mit dem fernöstlichen Japan bekanntmachen.

Aus den Untersuchungen an der Universität Dortmund zur Festigkeit und Steifigkeit der Baustoffs, der aus Pappe ist, ergeben sich Bemessungswerte für die konkrete Ausführung des Baus in Hannover. Kooperationspartner sind der Tragwerksplaner Happold aus England und der Prüfingenieur Prof. Dr.-Ing. Stefan Polónyi aus Köln, der früher selbst an der Universität Dortmund lehrte.

Wir laden Sie und/oder Ihre Fotografen ein zur

Vertragsunterzeichnung
zwischen der JETRO
- Japan External Trade Organization, Tokyo (Japan) -
und dem Institut für Bauforschung
der Universität Dortmund
am 9. März 1999
um 15:00 Uhr im Raum 321 des Gebäudes 2
(August Schmidt Str. 8)
auf dem Campus Süd der Universität Dortmund.

Für nähere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Akad. Dir. Dr.-Ing. Klaus Block
Leiter des Instituts für Bauforschung
Ruf 0231-755-2407
Fax 0231-755-4732
E-Mail block@busch.bauwesen.uni-dortmund.de
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