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Historiker Prof. Dr. Gerhard Rösch gestorben

09.03.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Prof. Dr. Gerhard Rösch, Hochschullehrer für mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster, ist im Alter von nur 46 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben.

Prof. Dr. Gerhard Rösch, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, ist nach kurzer, schwerer Krankheit am 5. März 1999 im Alter von 46 Jahren gestorben. Die Westfälische Wilhelms-Universität verliert mit ihm einen Wissenschaftler von hohem Rang.

Gerhard Rösch wurde am 6. Mai 1952 in Heidelberg geboren und wuchs in Karlsruhe auf, wo er auch 1971 das Abitur ablegte. Anschließend begann er in seiner Geburtsstadt ein Studium der Geschichte, Historischen Hilfswissenschaften, Slavischen Philologie und Politikwissenschaft, das er 1977 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß. An der Universität Wien absolvierte er von 1974 bis 1977 den Ausbildungskurs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, wo er ebenfalls 1977 die Staatsprüfung ablegte und damit die Mitgliedschaft dieses Instituts erwarb. Anschließend ging er für mehrere Jahre als Stipendiat des Deutschen Studienzentrums nach Venedig und wuchs dort zu einem der besten Kenner der Geschichte dieser Stadt und der mittelalterlichen Handelsgeschichte heran.

Mit einem Buch zur Geschichte des venezianischen Adels habilitierte er sich nach kurzer Assistentenzeit in Kiel im Wintersemester 1985/86. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Göttingen erhielt er 1988 ein Heisenberg-Stipendium und wurde schließlich nach mehreren Lehrstuhlvertretungen 1995 an die Westfälische Wilhelms- Universität als Professor für mittelalterliche Geschichte berufen.

Als ausgewiesener Kenner der früh- und hochmittelalterlichen Diplomatik hat er am Historischen Seminar der Universität Münster im Studium der Historischen Hilfswissenschaften verstärkende Akzente setzen können. Auch jene Forschungsgebiete, denen er sich in den letzten Jahren verstärkt zugewandt hatte, nämlich die Geschichte Kaiser Friedrichs II. und der mittelalterlichen Herrschaftszeichen, brachte er in die akademische Lehre ein. So sammelte sich ein zahlreicher Schülerkreis um ihn. Durch gemeinsam mit seiner Frau Eva S. Rösch verfaßte Bücher zur Geschichte Venedigs und Friedrichs II. wirkte er in eine breite Öffentlichkeit. In den Aktivitäten der interdisziplinären Mediävistik Münsters hat er engagiert mitgearbeitet, so im Graduiertenkolleg "Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter" und im Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte, das ihn zu seinem Mitglied gewählt hatte.

Durch seinen plötzlichen, unerwarteten Tod verliert das Historische Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität einen anregenden und stets hilfsbereiten Kollegen, und die Wissenschaft vom Mittelalter hat einen schweren Verlust erlitten.
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