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Internationale Bunsentagung in Mainz, 15.-17.03.1999

09.03.1999 - (idw) Max-Planck-Institut für Polymerforschung

'Innovative Methoden zur Charakterisierung neuer polymerer Materialien'
Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz
Mehr als 150 Polymerforscher aus Deutschland, Europa, USA und Japan kommen zu dieser internationalen Tagung nach Mainz, um ihre neuesten Ergebnisse zur Polymercharakterisierung abwechselnd aus akademischer und industrieller Sicht zu diskutieren. Auf Anregung der Deutschen Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie wird die Tagung von Professor Spiess vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung organisiert.

Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und internationale Konkurrenzfähigkeit industrieller Produkte hängen entscheidend von den dabei eingesetzten Materialien ab. Dies ist unmittelbar einsichtig, wenn man sich über ein zerbrochenes Plastikteil ärgert. Aber wer denkt schon daran, welche Materialentwicklungen hinter den immer leistungsfähigeren Heimcomputern, den immer kleineren Sensoren in der Medizintechnik oder den effektreichen Lackierungen von Autos stehen? In all diesen Bereichen spielen polymere Werkstoffe eine zentrale Rolle. Sie sind ähnlich aufgebaut wie Biomaterialien, etwa die Seide, sind aber wesentlich kostengünstiger herzustellen. Um ihre Funktionsweise kontrolliert einstellen zu können, muß ihr Verhalten auf ganz unterschiedlichen Längen- und Zeitskalen bekannt sein. Hierzu sind vielfältige Messungen von zahlreichen Parametern erforderlich, die Chemikern helfen, Materialentwicklungen gezielt vorantreiben zu können. Die Polymercharakterisierung ist deshalb ein intergraler Bestandteil der Entwicklung neuer polymerer Werkstoffe.
Aber nicht nur Chemiker und Physiker müssen hier zusammenarbeiten. Ebenso wichtig sind Einbettung in die weltweite stürmische Entwicklung der Meßmethodik und effektive Kooperationen zwischen Universitäten und Forschungsinstituten, wo neue innovative Messverfahren entwickelt werden einerseits und der Industrie, wo neue Materialien hergestellt werden auf der anderen Seite. Deshalb wird vom Bundesministerium für Forschung und Technologie seit etwa vier Jahren ein Transferzentrum zur Polymercharakterisierung gefördert, an dem unter der Federführung von Professor Hans Wolfgang Spiess das Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz, das Institut für Polymerforschung, Dresden, und das Deutsche Kunststoffinstitut, Darmstadt, mit etwa 20 Industriefirmen aus der gesamten Bundesrepublik zusammenarbeiten.
Das Programm ist nach der zu untersuchenden Problematik und nicht nach Meßmethoden gegliedert, wie dies früher üblich war. Dadurch soll einer innovationsfeindlichen Spezialisierung vorgebeugt werden. Die untersuchten Materialien sind von Bedeutung für solch unterschiedliche Bereiche wie Elektronik, Autoreifen, Wandfarben, Kleber und Kosmetika. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Herausforderungen an die Polymercharakterisierung gewidmet, die sich aus der immer stärkeren Miniaturisierung und der zunehmenden Bedeutung der Oberflächen der eingesetzten Werkstoffe ergeben. So spielen optische Methoden und Rastermikroskopische Verfahren mit molekularer Auflösung eine besonders große Rolle, aber auch die kernmagnetische Resonanz, die seit ihrer klinischen Anwendung in der Tumordiagnostik allseits bekannt ist. Auch eine erfolgreiche Ausgründung aus der Mainzer Universität, die Firma Polymer Standard Services nimmt aktiv an der Tagung teil. Schließlich ist es den Mainzer Organisatoren gelungen, einen führenden Vetreter einer besonders innovativen jungen Firma aus Kalifornien für einen Vortrag zu gewinnen. Er wird über sogenannte kombinatorische Ansätze in der Materialforschung sprechen. Dabei wird eine Fülle neuer Matrialien von einem Roboter hergestellt und anschließend auf ihre Funktion überprüft, eine Vorgehensweise, deren Vorteile in der pharmazeutischen Chemie bereits vielfach genutzt werden.

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