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Uni-Seminar mit Hilfe des Essener Presseclubs zur Berichterstattung der Medien über Terrorakte

18.04.2002 - (idw) Universität Essen

An Studierende im Grund- und Hauptstudium, aber auch an interessierte Gäste aus der Öffentlichkeit wendet sich die Seminarreihe "Terror und Medien", die der Fachbereich Literatur- und Sprachwissenschaften der Universität Essen im Som-mersemester anbietet. Als Dozentin konnte die Universität die stellvertretende Lei-terin der Programmgruppe Gesellschaft und Dokumentation im WDR Fernsehen, Beate Schlanstein, gewinnen. Als langjährige Redakteurin im Bereich Geschich-te/Zeitgeschichte hat Schlanstein vielfältige Erfahrungen in der Berichterstattung der Medien über terroristische Ereignisse sammeln können. Die Auftaktveranstal-tung für ihr Seminar findet am Mittwoch, 24. April, 15 Uhr, im Saal der Universi-tätsbibliothek auf dem Campus statt. Teilnehmen werden die Rektorin der Univer-sität Essen, Professorin Ursula Boos-Nünning, der Dekan des gastgebenden Fach-bereichs, Professor Rüdiger Brandt, der Kommunikationswissenschaftler Professor Jo Reichertz sowie Gäste des Essener Presseclubs, der das Seminar sponsert.

Wie kein anderes Ereignis in jüngerer Zeit hat der Anschlag auf die Twin Towers gezeigt, dass es im Fernsehen vor allem die Bilder sind, die das Ausmaß von Gewalt und Schrecken immer wieder deutlich machen, vervielfältigen und in den Köpfen der Zuschauer verankern. Aber terroristische Akte sind kein x-beliebiger Gegenstand von Berichterstattung im Fernsehen. Sie stellen das Medium immer neu vor ein fast unlösbares Dilemma: die Pflicht zur aktuellen umfassenden Information verlangt eine detailgenaue Abbildung des Geschehens; die Bilder aber vermitteln in ihrer emotionalen Wucht in aller Regel eine Botschaft, deren Urheber Terroristen sind. Dieser Zwiespalt, die Frage nach der Funktion des Fernsehens im Zusammen-hang von Terror und Terrorismus, wird einer der Schwerpunkte des Seminars sein.

Anhand vielfältiger Beispiele aus der aktuellen Situation, aber auch aus vergangenen Jahren und Jahrzehnten, soll der Versuch einer Klärung unternommen werden, wie sich Terror überhaupt darstellen lässt, welchen Raum die Bilder für eine Analyse lassen und welche Gesetzmäßigkeiten und Besonderheiten sich innerhalb der Be-richterstattung erkennen lassen. Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Terrorismus und Befreiungskampf? Wie schlägt sie sich in Fernsehbildern nieder? Wie beeinflusst es die Darstellung, wenn die Täter "Staatsfeinde" im eigenen Land sind? Wie sah die Berichterstattung über die RAF in der aktuellen Situation aus, wie kritisch wird sie heute, 25 Jahre später, von den Fernsehmachern gesehen? Und schließlich: Welche Rolle spielt das Fernsehen, wenn Terror und Gewalt vom Staat ausgehen? Welche Funktionen haben etwa in Argentinien, Chile oder Südafrika die Bilddokumente von Verbrechen an der Bevölkerung?

Nach der Eröffnung in der kommenden Woche wird das Seminar im Juni und Juli fortgesetzt: jeweils freitags ab 14 Uhr im Hörsaal B08 im Universitätsgebäude 9, 5. Etage (7. Juni, 14. Juni, 21. Juni sowie 5. Juli).


Hinweis für die Redaktionen: Zur Eröffnung der Seminarreihe "Terror und Medien" am Mittwoch, 24. April, 15 Uhr, im Saal der Universitätsbibliothek sind Vertreter Ihrer Redaktion herzlich eingeladen.


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83 - 20 85

Weitere Informationen: Martin Murrack, Telefon (02 34) ) 9 58 06 90, E-Mail mm@murrack.com
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