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Global via Videobildschirm konferieren mit hoher Qualität und niedrigen Kosten

11.03.1999 - (idw) Technische Universität Dresden

CeBIT in Hannover (18. bis 24. März 1999)

High-End Videokonferenzsystem mit hohem Sicherheitsniveau integriert 3D-Darstellung

Deutsche Autohersteller gehören seit langem in die Riege der Global Player. Das zeigen auch die Fusionen der jüngsten Zeit mit renommierten amerikanischen Unternehmen. In der deutschen Stammzentrale laufen alle Fäden zusammen - angefangen von der Entwicklung neuer Modelle bis hin zur Vermarktung. Je mehr Menschen weltweit damit beschäftigt sind, desto schwieriger wird die Koordination und vor allem die Kommunikation. Wird beispielsweise ein neues Automodell entworfen, dann sind nicht nur die Experten in der Zentrale damit beschäftigt. Die Probleme müssen von einem über die Welt verstreuten Team gelöst werden. Wie können multimediale Konferenzen zwischen allen Beteiligten ablaufen bei hoher Qualität und sicherer Datenübertragung, ohne Unsummen zu kosten?

Dieses Problem hat Professor Alexander Schill vom Institut für Rechnernetze an der Technischen Universität Dresden mit seiner Arbeitsgruppe gelöst. Die Videokonferenzlösung der nächsten Generation, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, präsentiert Schill zum ersten Mal auf der CeBIT vom 18. bis 24. März 1999 (Halle 16, Stand B023).

"Mit der fortschreitenden Globalisierung müssen zunehmend virtuelle Arbeitsgruppen zusammengestellt werden", weiß Professor Alexander Schill. "Dabei spielen klassische Teleworking-Szenarien wie Beratungsgespräche im Bank- und Versicherungsbereich eine große Rolle. Weitere Schwerpunkte bilden Telemedizin und Teleteaching. Herkömmliche Systeme bieten entweder nur eine eingeschränkte Bildqualität an oder erfordern recht teure Spezialhardware. Darüber hinaus ist die Anzahl der Teilnehmer oft auf zwei Personen begrenzt. Zusätzlich sind die Sicherheit und Integrität der übertragenen Daten im offenen Netz - wie dem Internet - nur unzureichend gelöst."

Die Dresdner Wissenschaftler haben nun eine sichere Software entwickelt mit einer vergleichsweise sehr hohen Videoqualität, die ohne eine Spezialhardware auskommt. Basierend auf der Ausnutzung moderner Netze wurde ein mehrstufiges Kompressionsverfahren entwickelt, bei dem der Videodatenstrom auf den Endsystemen nur vorkomprimiert wird.

Für Übergänge in Netze mit geringerer Bandbreite beziehungsweise mit höheren Kosten können zentrale Kompressionsserver eingesetzt werden, die eine weitere Verarbeitung vornehmen. In Verbindung mit optimierten Kompressionsverfahren sowie einem speziell angepaßten Transportsystem konnten die Dresdner Wissenschaftler die Anforderungen an die Rechenleistung drastisch reduzieren.
Die Einsparungen ermöglichen es, Konferenzen mit mehr als zwei Teilnehmern aufzubauen oder höhere Sicherheitsstandards anzuwenden - zum Beispiel die Verschlüsselung von Sprachinformationen. Ein weiteres Sicherheitsdefizit konnte innerhalb der Application-Sharing Komponente gelöst werden, die den parallelen Zugriff auf gemeinsam genutzte Daten ermöglicht. Dabei wird der gemeinsam bearbeiteten Anwendung ein separater Sicherheitskomplex zugeordnet: Das Öffnen, Löschen und so weiter von privaten Daten durch andere Teilnehmer kann ausgeschlossen werden.

Eine weitere Innovation ist die integrierte 3D-Videodarstellung. Durch das spezielle 3D-Video-Display bleibt - wie beim natürlichen Sehen - die Tiefeninformation erhalten, so daß die Konferenz noch realistischer und lebendiger wird. Diese Eigenschaft ist insbesondere für medizinische Einsatzgebiete von großer Bedeutung.

Durch eine Vielzahl von Optimierungen kann eine hohe Qualität der Videodarstellung für bis zu sechs Teilnehmer einer Konferenz auf heute verfügbaren Systemen gewährleistet werden, so daß eine hohe Skalierbarkeit gewährleistet ist. Da diese innovative Software wichtige Sicherheitsanforderungen berücksichtigt, kann das System auch im Business-Bereich eingesetzt werden. Weiterhin erschließen sich durch die

3D-Integration neue Anwendungen für Videokonferenzschaltungen.

Weitere Informationen: TU Dresden, Institut für Betriebssysteme, Datenbanken und Rechnernetze, Professor Alexander Schill, Telefon (03 51) 4 63-82 61,
Fax (03 51) 4 63-82 51, e-mail: schill@ibdr.inf.tu-dresden.de
oder vom 18. bis 24. März 1999 auf der CeBIT in Hannover, Halle 16, Stand B023, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen", Telefon (05 11)
89-5 94 12, Fax (05 11) 89-5 07 37

Birte Urban, Telefon (03 51) 4 63-30 37
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