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Schwedischer Preis an Tübinger Mittelalterarchäologin

25.03.1999 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Schwedischer Preis an Tübinger Mittelalterarchäologin

Die Mittelalterarchäologin Prof. Barbara Scholkmann erhält am heutigen 25. März in Stockholm den diesjährigen Preis der Schwedischen Reichsbank. Der Preis wird zum neunten Mal im Rahmen eines deutsch-schwedischen Programms für wissenschaftliche Kooperationen vom Stiftelsen Riksbankens Jubileumsfond auf Vorschlag schwedischer Forscher an deutsche Wissenschaftler verliehen. Mit der Auszeichnung, die an Wissenschaftler aller Fächer vergeben werden kann, ist ein vier- bis zwölfmonatiger Aufenthalt an einer schwedischen Universität verbunden.

Prof. Scholkmann beabsichtigt, sich von März bis Juli des kommenden Jahres von der Tübinger Universität beurlauben zu lassen und im schwedischen Lund ihre Forschungen über Christianisierung und frühmittelalterliche Kirchenbauten im deutschen Südwesten auf Nordeuropa auszuweiten. Sie wird außerdem Gastvorlesungen an der Universität Lund halten."Der Preis ist eine internationale Anerkennung meiner Arbeit. Dies umso mehr, als die Professur im Fach Mittelalterarchäologie an der Universität Tübingen erst 1994 etabliert wurde", sagt die Archäologin vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters. Sie war schon früher zu Gastvorlesungen in Lund und sieht den Auslandsaufenthalt als willkommene Bereicherung.
"Hier im Südwesten erfolgte die Christianisierung schon in der Spätantike und wurde nach einem kurzen Abbruch im sechsten Jahrhundert mit dem Bau von Kirchen fortgesetzt. Die Christianisierung in Nordeuropa begann erst viel später", erklärt Prof. Scholkmann. In Schweden will die Forscherin nun untersuchen, ob die Christianisierung ähnlich verlief und ob beim Kirchenbau die Grundrisse aus dem Süden übernommen wurden. An der Universität in Lund möchte sie sich außerdem mit der theoretischen Archäologie beschäftigen, in der Wissenschaftler unter anderem die Interpretationsmöglichkeiten für Funde erforschen, zu denen es keine schriftliche Überlieferung gibt. Aus der Mittelalterarchäologie sind zwar schriftliche Quellen vorhanden, doch müssen sie mit den Funden in einen schlüssigen Zusammenhang gebracht werden.

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