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Rudolf-Wildenmann-Preis für dänischen Politologen

12.03.1999 - (idw) Universität Mannheim

Jens Blom-Hansen untersucht Rolle und Funktion lokaler und regionaler "Regierungen" / Preisverleihung im Rahmen der ECPR-Tagung vom 26. - 31. März in Mannheim

Den "Rudolf-Wildenmann-Award" 1998 erhält der dänische Politikwissenschaftler Jens Blom-Hansen. Er wird damit für seinen Beitrag "Intergovernmental Corporatism: Subnational Government Associations in National Politics" ausgezeichnet, den er auf der ECPR-Tagung 1998 in Warwick (Großbritannien) vorgestellt hatte. Die Preisverleihung findet am Montag, 29. März, um 16.45 Uhr im Rahmen der ECPR-Tagung 1999, der sogenannten "Joint Sessions of Workshops" in Mannheim statt. Mit diesem jährlich vergebenen Preis prämiert das Europäische Konsortium für Politikwissenschaft das beste Tagungspapier der jeweils vorangegangenen "Joint Sessions". Jens Blom-Hansen erhält den mit 1.000 Mark dotierten Preis für seine Untersuchung zu Rolle der politischen Entscheidungsgremien auf lokaler und regionaler Ebene und ihren Auswirkungen auf die dänische Politik. Blom-Hansen nimmt dabei vor allem die wirtschafts- und finanzpolitische Verhandlungspraxis unter die Lupe.

Als besonders innovativ hebt die Auswahljury den außergewöhnlichen Aufbau der Arbeit hervor. Dem Autor sei es auf vorbildliche Art gelungen, so die Jury, theoretische Elemente mit einem umfas-senden empirischen Teil zu verbinden. Er integriere dabei nicht nur unterschiedliche Ansätze, sondern lasse vor allem auch fundierte Kenntnisse und Erfahrungen aus der Regierungspraxis einfließen.

Jens Blom-Hansen ist einer der wenigen Politikwissenschaftler, die ihren Forschungsgegenstand auch aus der eigenen Praxis kennen. Nach seinem Politikstudium an der Universität Aarhus war er sechs Jahre im dänischen Staatsdienst tätig, erst im Innenministerium und danach im Finanzministerium. Als Regierungsbeamter im Informationsdienst konnte er wesentliche Einblicke in die Regierungspraxis gewinnen. Seine Rückkehr in die Forschung ermöglichte es ihm schließlich, sein Insider-Know-How - unter anderem auch in seiner Dissertation - wissenschaftlich zu verwerten. Jens Blom-Hansen ist heute Hochschulassistent am Institut für Öffentliche Verwaltung und forscht über den Einfluß lokaler Regierungseinheiten auf nationale Politikscheidungen vor allem im Bereich der öffentlichen Finanzen.

Der Wildenmann-Preis wurde von ehemaligen Kollegen und Studenten des renommierten Politikwissenschaftlers Rudolf Wilden-mann (1921 - 1993) gestiftet. Als Gündervater der Mannheimer Politikwissenschaft hat Wildenmann 1964 - im regen Austausch mit dem Soziologen M. Rainer Lepsius - den Grundstein für den hervorragenden Ruf gelegt, den Mannheim als Forschungsstandort insbesondere auf dem Gebiet der Wahl- und Parteienforschung heute genießt. Bekannt wurde Wildenmann einer breiten Öffentlichkeit insbesondere durch seine Arbeit am Aufbau der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die heute noch für das ZDF die Wahlprognosen und -analysen erstellt.

Die ECPR-Jahrestagung vom 26. - 31. März ist die größte politikwissenschaftliche Tagung Europas. Sie wurde 1973 von Rudolf Wildenmann begründet und wird seither alljährlich von jeweils wechselnden europäischen Hochschulen ausgerichtet. 1999 kehrt sie an ihren Gründungsort zurück. Die Veranstalter vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) um Prof. Dr. Jan van Deth erwarten zu den diesjährigen "Joint Sessions" rund 550 Politikwissenschaftler aus ganz Europa.
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