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Beiträge zum christlich-jüdischen Dialog

26.03.1999 - (idw) Universität Kassel

Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) wird im Sommersemester 1999 mit dem Rabbiner Dr. Dr. h. c. Albert H. Friedländer aus London besetzt. Der liberale Rabbiner ist ein international ausgewiesener Religionswissenschaftler und Historiker. Hierzulande wurde er vor allem durch seine aktive Mitwirkung am christlich-jüdischen Dialog und insbesondere durch seine herausragenden Vorträge auf den Evang. Kirchentagen der letzten Jahrzehnte weit über die engeren Fachkreise hinaus bekannt.

Kassel. Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) wird im Sommersemester 1999 mit dem Rabbiner Dr. Dr. h. c. Albert H. Friedländer aus London besetzt. Der liberale Rabbiner ist ein international ausgewiesener Religionswissenschaftler und Historiker. Hierzulande wurde er vor allem durch seine aktive Mitwirkung am christlich-jüdischen Dialog und insbesondere durch seine herausragenden Vorträge auf den Evang. Kirchentagen der letzten Jahrzehnte weit über die engeren Fachkreise hinaus bekannt. In diesem Jahr ist er Mitglied des Wissenschafts-Kollegs in Berlin.
Albert H. Friedländer wurde am 10. Mai 1927 in Berlin geboren und besuchte dort auch die ersten Jahre der Schule. Mitte der 30er Jahre sahen sich die Eltern gezwungen, Deutschland zu verlassen. So kam Albert Friedländer mit seinen Eltern über Cuba in die USA, wo er sein Studium im Religionswissenschaft, der Geschichtswissenschaft und der "Jüdischen Studien" aufnahm. 1952 wurde er als Rabbiner ordiniert, 1956 erwarb er den Doktorgrad der Philosophie (PhD) an der Columbia University, 1977 wurde ihm vom Hebrew Union College in Cincinnati, Ohio, ehrenhalber der Doktorgrad D.D.hc verliehen.
In den USA war er zunächst Studenten-Rabbiner und dann Gemeinde-Rabbiner in verschiedenen Universitätsstädten. Nach seiner Heirat mit Evelyn Philipp aus London bewarb er sich um eine Stelle in England. Seit 1961 war er Rabbiner der liberal-jüdischen Gemeinde in London und zugleich zunächst Dozent, dann Professor und schließlich leitender Dekan (Dean) des Leo Baeck College in London, wo er Religionswissenschaft und Geschichte lehrte. Mehrfach nahm er Gastprofessuren in den USA, Israel und der Bundesrepublik Deutschland wahr, 1996 war er Martin-Buber-Gastprofessor an der Universität Frankfurt a.M.
Friedländer hält seine Antrittsvorlesung "Jüdisches und christliches Denken nach dem Holocaust" in der Kasseler Universität am Dienstag, dem 20. April um 16 Uhr Raum 0422, Diagonale 9. Unter dem Titel "Ende der Nacht" bietet Friedländer ab 28. April ein Seminar zum gleichen Themenkreis (18-20 Uhr, Raum 1207, Nora-Platiel-Str. 1) sowie die Seminare "Die jüdischen Außenseiter in Deutschland: Heinrich Heine, Paul Celan, Wolf Biermann" (ab 27. April, 16-18 Uhr, Raum 1306, Nora-Platiel-Str. 1) und "Die Lehren Leo Baecks: Vom Wesen zur Existenz" (ab 29. April, 16-18 Uhr, Raum 0403, Nora-Platiel-Str. 9).


Die Franz-Rosenzweig-Professur

Die nach Franz-Rosenzweig benannte Professur wird von der Universität Gesamthochschule Kassel in Erinnerung an den in Kassel geborenen Religionsphilosophen seit 1987 an Wissenschaftler vergeben, die als Deutsche geboren, aber unter dem Nationalsozialismus zur Emigration gezwungen wurden und seitdem außerhalb des deutschen Sprachgebiets leben. P.
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