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Wenn Moleküle krank machen

29.03.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internationale Tagung über Biomembranen vom 8.-10. April an der Uni Jena

Jena (29.03.99) Die Biologie befindet sich im Umbruch. Immer mehr wird das Leben molekular verstanden. "Der Nutznießer dieser Entwicklung ist die Medizin", meint der Jenaer Zellbiologe Prof. Dr. Reinhard Wetzker. "In den nächsten zehn Jahren werden die Forscher für viele Krankheiten die verantwortlichen Moleküle finden. Das wird völlig neue Therapiekonzepte für die großen medizinischen Probleme Krebs, Arteriosklerose oder chronische Entzündungen ermöglichen", lautet seine Prognose. Damit sie Realität werden kann, muß die Kommunikation zwischen den Forschern effizient und offen verlaufen. Ein disziplinübergreifendes Podium dafür bietet vom 8. bis 10. April das "BioMembranForum '99", das rund 200 Experten aus aller Welt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammenführt.

Veranstaltet vom Jenaer Sonderforschungsbereich "Bio- und Modellmembranen", dessen Sprecher Prof. Wetzker ist, und der Arbeitsgruppe "Biomembranen" der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie wollen sich renommierte Fachleute und Nachwuchswissenschaftler in 60 Vorträgen und 80 Postern mit dem Zusammenspiel von Fetten und Eiweißen in der Zelle beschäftigen.

Eine besondere Rolle spielen dabei die Zellhüllen. "Biomembranen sind die entscheidenden Funktionsträger von Zellen. Wir lösen uns nicht in der Badewanne auf, weil die Zellmembranen an der Körperoberfläche das Wasser abweisen", veranschaulicht Prof. Wetzker. Membranen bestehen aus Lipiden (Fetten) und Proteinen (Eiweißen), die im dynamischen Wechselspiel das Verhalten von Zellen und Organen bestimmen. "Fehlfunktionen der Membranmoleküle können krank machen, z. B. Krebs oder Lähmungen erzeugen", weiß Wetzker. Mehr Kenntnisse über Lipide und Proteine in den Membranen sind notwendig, um diese Leiden wirkungsvoll bekämpfen zu können. Dem Erkenntnisgewinn wird auch die Jenaer Tagung dienen, ist sich Prof. Wetzker sicher.

Der Grundlagenforschung ist der Jenaer Sonderforschungsbereich besonders verpflichtet. Damit die gewonnenen Erkenntnisse aber möglichst rasch in die Praxis einfließen können, haben Jenaer Wissenschaftler in diesem Monat eine neue Initiative zur zielorientierten Wirkstoffsuche gegründet. Gemeinsam wollen die Forscher aus Universität und außeruniversitären Forschungsinstituten in Zukunft neue Wirkstoffe auf der Basis von Lipiden entwickeln.


Friedrich-Schiller-Universität
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