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Kritik an Sparplänen

29.03.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Rektor der Universität Münster kritisiert die vom nordhein-westfälischen Wissenschaftsministerium angekündigten Stellenstreichungen.

Mit großer Sorge hat der Rektor der Universität Münster, Prof. Dr. Jürgen Schmidt, am Montag (29. März 1999) die vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium am Wochenende vorgelegten Pläne zur Kenntnis genommen, die für die Universität Münster die Streichung von insgesamt 183 Stellen bis zum Jahr 2010 vorsehen. Dies entspreche einem Verlust von 6,5 Prozent aller Personalstellen der Universität ohne ihre Medizinische Einrichtungen.

Der Rektor wies in einer ersten Stellungnahme darauf hin, daß durch die geplanten Stellenstreichungen unter Umständen das derzeitige Angebot der Universität in Forschung und Lehre nicht aufrechterhalten werden könne. Der mit den geplanten Stellenstreichungen verbundene Verlust an Arbeitsplätzen sei gerade in einer Stadt wie Münster mit einer überdurchschnittlich hohen Akademiker-Arbeitslosigkeit bedenklich.

Der Rektor kritisiert, daß bei den Berechnungen des Ministerium die erfolgreichen Bemühungen der Universität Münster im Bereich der Forschungsförderung und Einwerbung von Drittmitteln gerade der letzten beiden Jahre nicht berücksichtigt werden. Enttäuscht ist er auch darüber, daß die Berechnungen im Bereich der Lehre nur auf der Belastung der Hochschulen durch die Zahl der Studierenden beruhen, nicht aber auf dem eigentlichen Qualitätsfaktor für die Lehre, nämlich der Absolventenzahl. Mit 5.434 bestandenen Abschlußexamen verzeichnet die Universität Münster die höchste Absolventenzahl in Nordrhein-Westfalen und die zweithöchste in der Bundesrepublik.

Prof. Schmidt geht davon aus, daß in den anstehenden Gesprächen mit dem vom Mininsterium einberufenen Expertenrat die Universität Münster durch überzeugende Strukturplanungen und dem Nachweis von Spitzenleistungen in Forschung und Lehre noch deutliche Korrekturen an den vorgelegten Orientierungrößen des Ministerium erreichen kann. Spekulationen über die Streichung einzelner Studiengänge wies der Rektor mit Nachdruck zurück. Wie die letztendlich auf Münster entfallenden Stellenkürzungen realisiert werden, stehe noch nicht fest.

Die Vorgaben des Düsseldorfer Ministeriums im Rahmen des Qualitätspakts sind einziger Tagesordnungspunkt einer außerordentlichen Sitzung des Senats der Universität am Mittwoch, 7. April 1999, zu der Rektor Prof. Schmidt am Montag eingeladen hat.
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