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Universität Paderborn zu Stellenabbau durch NRW-Wissenschaftsministerium

29.03.1999 - (idw) Universität Paderborn

Stellungnahme der Universität - Gesamthochschule Paderborn zu geplanten Stellenkürzungen durch NRW-Wissenschaftsministerium

Hochschule an allen vier Standorten in Paderborn, Höxter, Meschede und Soest betroffen

Offizielle Stellungnahme des Rektorats zu den geplanten Stellenkürzungen mit der Bitte um Veröffentlichung.

Der sogenannte Qualitätspakt, den NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler den Hochschulen vor einiger Zeit angeboten hat, soll den Hochschulen nach Angaben des Ministeriums sichere Entwicklungs- und innovative Gestaltungsmöglichkeiten geben. Auch soll er als Angebot gedacht sein, die Hochschulen auf den internationalen Wettbewerb einzustellen und sie zugleich noch stärker zu autonomen, handlungsfähigen und effizienten Dienstleistungseinrichtungen zu machen.

Die Universität - Gesamthochschule Paderborn hat bereits frühzeitig signalisiert, daß sie grundsätzlich bereit ist, an diesem Qualitätspakt mitzuarbeiten.


Wie einer Pressemitteilung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung (MSWWF) zu entnehmen war, soll unsere Hochschule voraussichtlich mit einem Abzug von 109 Stellen belastet werden.

Dieser Vorschlag ist völlig unbefriedigend. Die Vorschläge unserer Hochschule, wichtige Leistungskriterien wie etwa die Absolventenzahlen zu berücksichtigen, wurden bei der Berechnung dieses Stellenabzugs vom MSWWF ignoriert. Für den geplanten Stellenabzug werden vom Ministerium weitgehend quantitative, weniger qualitative Kriterien zugrunde gelegt.

Kennziffern wie etwa die Qualität und Zukunftsorientierung von Studiengängen, die Berufschancen von Absolventen und steigende Studentenzahlen u.a. in den Ingenieurstudiengängen, bleiben unberücksichtigt.

Auch widerspricht das ministerielle Vorgehen den Erklärungen aus Düsseldorf. Die große Bedeutung von Hochschulen als kultureller Impulsgeber und bedeutender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen bleibt unberücksichtigt. Die positive Entwicklung des TechnologieParks Paderborn im Umfeld der Universität ist ein gutes Beispiel von vielen für die Bedeutung der Uni. Eine große Zahl von Absolventen aus Paderborn und den Abtei-lungsstandorten in Höxter, Meschede und Soest arbeitet in Unternehmen und andere Einrichtungen der Region und sorgt für einen permanten innovativen Schub.

Gerade in Zeiten steigender Erstsemesterzahlen ist eine derartig hohe Kürzung im Personalbereich völlig kontraproduktiv. Dieser Stellenabbau unterstützt nicht die mit dem Qualitätspakt gewünschte Profilbildung der Hochschule und bedroht die weitere Entwicklung der Universität Paderborn.

Die Hochschule wird alles daran setzen, diese Zahlen nach Vorlage ihres Struktur- und Entwicklungsplanes im Oktober 1999 und des-sen Begutachtung, die durch einen externen Expertenrat bis März 2000 durchgeführt werden soll, nach unten zu revidieren.

Prorektor Prof. Dr. Nikolaus Risch, der zur Zeit den Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Weber, vertritt: "Es gilt nun, kühlen Kopf zu bewahren und die eingesetzte Expertenkommission mit Argumenten zu überzeugen. Wir haben uns gut vorbereitet. Der vom Rektorat vorgeschlagene Fahrplan für den Struktur- und Entwicklungsplan der Hochschule ist in den Hochschulgremien auf breite Zustimmung gestoßen und wird auf jeden Fall eingehalten. Ich bin davon überzeugt, daß wir gemeinsam mit allen Statusgruppen der Hochschule und mit Unterstützung von Stadt und Region die richtigen Antworten geben werden. Übrigens: Wer im Vorfeld durch "Alarmschlagen" bzw. unbedachte Äußerungen - ob hochschulintern oder in der Presse - Aufmerksamkeit auf sich persönlich lenken wollte, dem war vielleicht nicht klar, daß konstruktive Reaktionen der Hochschule unnötig gestört werden."

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