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Universität Essen soll 127 Stellen abgeben

29.03.1999 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

Die Universität Essen muß sich darauf einstellen, in den nächsten zehn Jahren 127 Stellen abzugeben. Diese Zahl nennt eine Presseinformation, in der das NRW-Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung (MSWWF) gestern (Freitag, 26. März) mitteilte, wie es sich die Realisierung des zu Beginn des Jahres von Wissenschaftsministerin Gabriele Behler vorgeschlagenen "Innovations- und Qualitätspaktes" zwischen dem Land und seinen Hochschulen vorstellt. Der entsprechende Erlaß war in der Universität Essen bis gestern nachmittag nicht eingegangen.

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26. März 1999

Nach der Presseinformation sollen die Hochschulen dem Ministerium bis zum Be-ginn des Wintersemesters ihre Vorstellungen über ihre künftigen Strukturen erläu-tern. Anschließend wird ein vornehmlich aus nicht-nordrhein-westfälischen Wissenschaftlern gebildeter Expertenrat die Hochschulen besuchen, um ihre Stärken und Schwächen zu analysieren und seinerseits Empfehlungen für strukturelle Entwick-lungen zu geben. Erste Ergebnisse sollen im Frühjahr nächsten Jahres vorliegen. Erst dann fällt in Düsseldorf die Entscheidung über die exakte Zahl der von den einzelnen Hochschulen einzusparenden Stellen. Landesweit werden es in den nächsten zehn Jahren jedenfalls 2 000 sein.

Nähere Informationen des Ministeriums über den Qualitätspakt sind in der Universität Essen seit Wochen erwartet worden. Ohne eine genauere Analyse der jetzt für weitere Strukturplanungen geschaffenen Situation kann die Hochschul-leitung die Auswirkungen der ins Haus stehenden Stellenkürzungen im Detail dennoch nicht kommentieren. Es bleibt aber festzustellen, daß der drohende Verlust höher ausgefallen ist als befürchtet und eine Universität, die ohnehin seit Jahren unter Überlast leidet, auf besonders harte Weise trifft. Dies gilt um so mehr, als die seit der Gründung bestehende strukturelle Minderaustattung der Universität Essen im Vergleich zu vielen anderen Universitäten noch vergrößert wird. Essen stehe, erklärte gestern Rektor Karl Rohe, mitten in einem Reform-prozeß, dessen erfolgreiche Fortsetzung nun deutlich behindert werde.

In der Tat sind in allen Bereichen Strukturplanungen und -überlegungen bereits vor Jahren eingeleitet worden; inzwischen haben alle Fachbereiche und die Zen-tralen Einrichtungen dem Rektorat ihre Vorstellungen erläutert, und während des Sommersemesters werden sich die Kommission für Struktur und Planung und schließlich der Senat damit befassen.

"Wir haben gute Vorarbeit geleistet", sagt dazu Rektor Rohe und verweist darauf, daß solche Vorarbeit längst in handfeste Ergebnisse gemündet ist. So wurde im Fachbereich Mathematik und Informatik der praxisorientierte Studiengang Ma-thematical Engeniering erfolgreich etabliert, und im Fachbereich Wirtschaftswis-senschaften hat der Umbau der Diplomstudiengänge zu Bachelor- und Masterfä-chern konkrete Formen angenommen. Diese Reformen seien in engem Kontakt mit der Wirtschaft geplant und vollzogen worden, weil neben der Auslastung der Fächer vor allem der Gedanke an die langfristig für die Absolventen zu erwarten-den Berufschancen das Handeln bestimmt habe.

Dieser Linie wird die Hochschule auch künftig folgen. Auf dem Campus - die Medizinischen Einrichtungen sind in den "Innovations- und Qualitätspakt" nicht einbezogen - beschäftigt sie zur Zeit 1540 Mitarbeiter. In den nächsten Monaten wird die Arbeit des Rektorats und der Gremien darauf gerichtet sein, durch über-zeugende Strukturüberlegungen die jetzt als "Hausnummer" genannte Zahl von 127 einzusparenden Stellen bis zur endgültigen Entscheidung darüber durch den Landtag möglichst herabzumindern. Hoffnungen setzt die Hochschule auf den "Innovationsfonds", in den das Land den Gegenwert von 1 000 der 2 000 abzuge-benden Stellen einbringen will.


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83-20 85
Weitere Informationen: Tobias Korenke, Telefon (02 01) 1 83-35 26
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