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Universität Hohenheim dreimal auf der "IFAT 1999" in München

31.03.1999 - (idw) Universität Hohenheim

Neuentwicklungen auf der Internationalen Fachmesse für Umwelt und Entsorgung

Drei Einrichtungen der Universität Hohenheim stellen neue Entwicklungen auf der "IFAT 1999", der 12. internationalen Fachmesse für Umwelt und Entsorgung vor, die in der Zeit vom Dienstag, 4. bis Samstag, 8. Mai 1999 auf dem Münchner Messegelände stattfinden wird.

Aus dem Hohenheimer Institut für Agrartechnik in den Tropen und Subtropen wird ein neues Verfahren zur solaren Trocknung und Entwässerung von Klärschlamm vorgestellt. Zwei Unternehmen aus dem Hohenheimer Zentrum für innovative Produktentwicklung, dem Gründerverbund auf dem Campus, zeigen umweltrelevante Neuentwicklungen. Das Institut für biologische Testverfahren stellt pflanzliche Testorganismen vor und TerrAquat, das Gutachterbüro für Boden, Wasser, Nährstoff und Kontamination, präsentiert ein neues Messverfahren für die Stoffbilanz in Böden.

Gemeinsam mit der Firma Thermosystem, Industrie- und Trocknungstechnik GmbH hat das Institut für Agrartechnik in den Tropen und Subtropen der Universität Hohenheim (Prof. Dr. Werner Mühlbauer) ein solares Trocknungsverfahren für Klärschlamm entwickelt. Diese Technologie ermöglicht es, die anfallende Schlammmenge mit geringem Aufwand an Kosten und Energie um bis zu 95% zu reduzieren. Dabei wird das erforderliche Wenden und Durchmischen des Schlamms durch einen kleinen Roboter, das sogenannte "elektrische Schwein" vorgenommen, das sich in der Trockungsanlage frei bewegt. Dieses Gerät - die Konstrukteure sprechen von einer Kreuzung aus Pathfinder und Gartenfräse - bietet höchste Technologie zu geringsten Kosten. Die Anlage, in der alle wichtigen Parameter kontinuierlich gemessen und optimal abgeglichen werden, ist einfach an die örtlichen Verhältnisse und die Wünsche der Betreiber anpaßbar. Die Investitionskosten sind im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren wesentlich günstiger und die Betriebskosten durch die Nutzung von Solarenergie verschwindend gering. Der getrocknete Klärschlamm ist biologisch stabil, geruchsneutral und weist eine erdige Struktur mit hohem Brennwert auf. In der Halle A1, Stand 200 ist neben dem Kleinroboter "elektrisches Schwein" auch ein maßstabgetreues Modell einer Trockungsanlage zu sehen. Auch andere Komponenten können dort besichtigt werden.

Das Institut für biologische Testverfahren (Christina Pickl und Heidrun Moser) stellt mit seiner Präsentation den Messebesuchern den Themenbereich "Biologische Testverfahren" vor. Hier werden die Einsatzfelder dieser wissenschaftlichen Methode in der praktischen Anwendung im Bereich Wasser, Abwasser und Altlasten demonstriert. Das Unternehmen, das biologische Testverfahren als Dienstleistung anbietet, mit denen der Wirkungsnachweis von Schadstoffen erbracht werden kann, entwickelt auch neue Verfahren für die kundenspezifische Anwendung. Auf der Messe werden einige pflanzliche Testorganismen ausgestellt, an denen Schadbilder und Wirkungskriterien betrachtet werden können. Dabei kann z.B. der Effekt von Sickerwasser einer Hausmülldeponie auf Wasserlinsen erkannt werden.

Das Gutachterbüro TerrAquat (Wolf-Anno Bischoff) stellt sein Monitoring Box-Verfahren vor. Damit kann der Stofftransport im Bodenwasser flächentreu bilanziert werden. Die Monitoring-Boxen bestehen aus einem Zylinder, der mit einem Substrat-Adsorber-Gemisch gefüllt ist. Das Bodenwasser tritt mit den gelösten Stoffen durch den oberen offenen Rand des Meßsystems, passiert die Füllung und tritt ungehindert am unteren Rand wieder aus. Die interessierenden Stoffe werden auf den Adsorbern festgehalten und vor mikrobiellem Abbau geschützt. Auf diese Weise sammelt das System alle im Laufe einer Meßperiode transportierten Zielsubstanzen.

Dieses Meßsystem ist preisgünstig und z. B. für Schwermetalle Nitrat oder Pestizide einsetzbar. Es behindert die oberflächliche Bewirtschaftung nicht und arbeitet robust, also ohne ständige Probenahme und ohne die Gefahr technischer Ausfälle.

Die beiden Hohenheimer Gründungsunternehmen zeigen ihre Exponate auf dem Gemeinschaftsstand der baden-württembergischen Hochschulen in der Halle A3, Stand A3.512.
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