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Schwermetalle in Raps und Sonnenblumen - Untersuchung über gesundheitliche Gefährdungen

01.04.1999 - (idw) Universität Paderborn

In einem DFG-Projekt untersuchen die Universität Paderborn und die Bundesanstalt für Getreideforschung Detmold Schwermetalle in Raps und Sonnenblumen. Geklärt werden soll die Frage, ob eine Verminderung gesundheitlicher Gefährdungen möglich ist.

Paderborn-Detmold. Ein dreijähriges Forschungsprojekt der Professoren Manfred Grote von der Universität - Gesamthochschule Paderborn, Fachbereich Chemie und Thomas Betsche von der Bundesanstalt für Getreideforschung in Detmold wird jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dabei geht es u.a. um den Cadmiumgehalt von Sonnenblumen- und Rapssamen, die nach der Entölung zu Viehfutter verarbeitet werden. Sonnenblumenkerne weisen bei einigen Schwermetallen deutlich höhere Spurengehalte auf als Rapssamen. Prof. Grote: "Ziel des Projektes ist es, die Aufnahme von unerwünschten Schwermetallen wie Cadmium mit der Nahrung und deren Bioverfügbarkeit im Körper von vornherein so gering wie möglich zu halten. Prophylaktisch ist eine weitere Reduzierung anzustreben."

Sonnenblumen und Raps sind wirtschaftlich wichtige Nutzpflanzen. Heimischer Raps deckt den Bedarf in Deutschland vollständig, während Sonnenblumen zu 70% importiert werden. Diese Pflanzen nehmen unterschiedliche Mengen an Schwermetallen, wie z.B. Cadmium, Nickel, Zink und Kupfer auf. Bei zu geringen Gehalten an bestimmten Schwermetallen besteht die Gefahr von Ernteausfällen, da manche dieser Metalle für die Pflanzen lebenswichtig sind. Ein Zuviel an Schwermetallen kann jedoch zu Schäden führen. Bei Mensch und Tier, die Schwermetalle hauptsächlich mit der Nahrung aufnehmen, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.

Mehr als die Hälfte des vom Menschen aufgenommenen, aber unerwünschten Schwermetalls Cadmium gelangt über pflanzliche Produkte in unseren Körper. Prof. Grote: "An der Bundesanstalt in Detmold hat Dr. Brüggemann festgestellt, daß der Cadmiumgehalt in Sonnenblumenkernen zwar gering, aber durchschnittlich zehnmal höher ist als im Rapssamen und zwar unabhängig vom Anbaugebiet. Bei heimischen Ölsaaten werden Richtwerte aber eingehalten und in Speiseölen wurden keine Schwermetallegefunden!" Dabei stellt sich die Frage, wie der Raps seine Samen besonders schwermetallarm hält. Professor Betsche: "Alle lebenden Organismen, vom Bakterium, der Pflanze, dem Säugetier bis zum Menschen, haben Regel- und Schutzmechanismen gegen Schwermetalle entwickelt".

Das Forschungsvorhaben will diese Mechanismen am Beispiel der Ölpflanzen aufklären. Untersucht wird auch, ob Schwermetalle in verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln für Mensch und Tier in Abhängigkeit vom Schutzmechanismus der jeweiligen Nutzpflanze unterschiedlich bioverfügbar sind. Möglicherweise ist die gleiche Menge an Cadmium in verschiedenen Nahrungsmitteln ernährungsphysiologisch unterschiedlich zu bewerten. Zur Klärung dieser Fragen arbeiten Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete der Biologie und Chemie zusammen.

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Grote, Universität - Gesamthochschule Paderborn, Angewandte Chemie, Tel.: 05251-60-2191, Fax: -60-3549, E-Mail: mg@chemie.uni-paderborn. Prof. Dr. Thomas Betsche, Leiter des Instituts für Biochemie, Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF), Detmold, Tel.: 05231-741-120, Fax: -741-130, E-Mail: betsche.bagkf@t-online.de
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