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"Genfood" erfordert neue Analysemethoden

01.04.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Lebensmittelchemiker tagen am 8./9. April an der Uni Jena

Jena (01.04.99) "Heute sind Lebensmittel bei uns so billig, daß keiner mehr strecken muß", erklärt der Jenaer Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Bernd Luckas. Waren es früher die brötchenhaltige Frikadelle, die überfettete Wurst oder der schadstoffbelastete Käse, die die Lebensmittelüberwachung zu analysieren hatte, so müssen sich die Nahrungsschützer heute neuen Anforderungen stellen. "Die Qualitätsstandards müssen natürlich weiterhin beachtet werden", weiß Luckas, doch der weltweite Handel bringt neuartige Waren zu uns und wirft damit zusätzliche Fragen für die Kontrolleure auf.

Mit den Anforderungen an die Lebensmittelüberwachung für das nächste Jahrtausend befaßt sich eine Arbeitstagung des Regionalverbandes Süd-Ost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft innerhalb der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Am 8. und 9. April treffen sich rund 100 Wissenschaftler aus Mitteldeutschland an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, um die neuesten Forschungsergebnisse und zukünftige Herausforderungen zu diskutieren.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel oder "functional food" halten als Importware ebenso Eingang in die deutschen Märkte wie vertraute Ware, die mit anderen Technologien behandelt wird. Beispielsweise werden in Südostasien die Shrimps bestrahlt, um sie haltbarer zu machen, erläutert Tagungs-Organisator Luckas. Diese Form der Keimreduzierung ist aber in Deutschland verboten. Um Bestrahlungen nachweisen zu können, bedarf es der Analyse auf molekularer Ebene. Auch die gentechnischen Veränderungen können die Kontrolleure nur mit modernsten bio- und gentechnischen Verfahren nachweisen.

Auf der Jenaer Tagung werden einige neue Techniken vorgestellt. So kann etwa eine Mikrowelle dabei helfen, Fischproben schneller für die Analyse vorzubereiten, wie die Jenaer Forscher darstellen werden. Die Erfassung von Schadstoffen bei Meeresfrüchten und Fischen bildet einen weiteren - den Jenaer Forschungsschwerpunkten geschuldeten - Themenbereich.

Doch Jena wurde nicht nur wegen der beachtlichen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Lebensmittelanalytik ausgewählt. Die Friedrich-Schiller-Universität plant zudem, die Studienrichtung Lebensmittelchemie im Studiengang Diplom-Chemie einzurichten. "Es wird eine wichtige Bereicherung des Studienangebots", unterstützt der neue Dekan der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Christian Robl die Pläne - und hofft auf eine rasche Genehmigung.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Bernd Luckas
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
Dornburger Str. 25, 07743 Jena
Tel.: 03641/949650, Fax: 03641/949652
e-mail: b5belu@rz.uni-jena.de


Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Axel Burchardt M. A.
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931041
Fax: 03641/931042
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