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13 Jahre Tschernobyl

05.04.1999 - (idw) Universität Ulm

"Eine Kerze für Tschernobyl"
Gedenkveranstaltung zum 13. Jahrestag des Tschernobyl-Unfalls

Sehr geehrte Damen und Herren,

sicher werden Sie den schrecklichen Unfall, der sich in der Nacht vom 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine ereignete, noch in Erinnerung behalten haben. Als Folge dieses Unfalls verstarben akut 28 Menschen, über 200 wurden unmittelbar betroffen. Hunderttausende wurden im Rahmen der Aufräum- und Rettungsarbeiten mit zum Teil hohen Strahlendosen exponiert. Millionen von Menschen in der näheren Umgebung der heutigen Staaten Ukraine, Weißrußland und Rußland leiden unter zum Teil hochgradigen radioaktiven Verseuchungen des Bodens. Am 26. April 1999 jährt sich dieser Unfall zum 13. Mal. Dies ist aus unserer Sicht ein Datum, das Anlaß gibt, an die zahlreichen noch heute an den Folgen dieses Unfalls leidenden Überlebenden zu denken.

Nachdem wir bereits in den Jahren 1990 bis 1994 zahlreiche Überlebende dieses Unfalls im Rahmen einer humanitären Aktion, die seinerzeit durch das Bayerische Rote Kreuz und den Bayerischen Rundfunk veranstaltet wurde, untersuchen und behandeln konnten, wissen wir um die Probleme der betroffenen Patienten. Aufgrund der Fortschritte der medizinischen Wissenschaft sind diese strahlenbedingten Schäden nicht mehr grundsätzlich unbehandelbar, allerdings bedürfen sie einer interdisziplinären Zusammenarbeit hochspezialisierter Kliniker an eigens eingerichteten Zentren. Für diese Patienten steht derzeit eine adäquate Behandlung in Rußland und der Ukraine kaum zur Verfügung.

Wir haben uns daher entschlossen, den 13. Jahrestag dieses Unfalls zum Anlaß zu nehmen, zu Spenden für diese Patienten aufzurufen. Dies soll symbolisch dadurch geschehen, daß die Spendenwilligen zu einer Kerzenspende aufgerufen werden. Der Reinerlös des Verkaufs dieser Kerzen wird ausschließlich für die Untersuchung und Behandlung von Strahlenunfallopfern verwendet werden. Das Programm der Gedenkveranstaltung finden Sie nachstehend. Wir würden uns freuen, wenn Sie zu dem ökumenischen Gottesdienst und dem öffentlichen Vortrag anwesend wären. Es ist beabsichtigt, eine Liste der Spender zu verlesen und auch im Programm abzudrucken. Sollten Sie anonym bleiben wollen, werden wir dies selbstverständlich gerne berücksichtigen. Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus. Wenn Sie zu einer solchen Spende bereit sind, überweisen Sie diese bitte auf das Konto der Ulmer Universitätsgesellschaft Konto-Nr. 3234, BLZ 630 500 00 Sparkasse Ulm. Zahlreiche Patienten, die seinerzeit auch von uns behandelt wurden, haben bereits ihr Kommen zugesagt. Dem Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland wurde die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung angetragen, mit dem Erscheinen der Umweltminister von Baden-Württemberg und Bayern wird gerechnet.

Zu der Veranstaltung führen wir eine Pressekonferenz am Freitag, dem 23. April 1999, 10.00 Uhr im Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm, durch, an der auch der Rektor der Universität Ulm, Prof. Dr. Hans Wolff, teilnimmt.

Prof. Dr. Ralf Uwe Peter, Ärztlicher Direktor der Abteilung Dermatologie der Universität Ulm, Tel. 0731-50-23770, 23771


Eine Kerze für Tschernobyl
Gedenkveranstaltung zum 13. Jahrestag des Tschernobyl-Unfalls - Programm

Sonntag, 25. April 1999

18.00-18.45 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst im Ulmer Münster durch Prälat Dr. Maier, Ulmer Münster, und Bischof Walter Kasper, Landesbischof von Rottenburg-Stuttgart

19.00-22.00 Uhr

Musikmeditation im Ulmer Münster zum Gedenken an die Opfer des Unfalls; Orgel: Hubert Fröschle und Wolfgang Schult; Duo Irmtraud Krüger (Orgel) und Edward Tarr (Trompete)

Montag, 26. April 1999

13.30-17.30 Uhr
Wissenschaftliches Symposium im Stadthaus Ulm: 13 years after Chernobyl - the late consequences (in englischer Sprache)

18.30 Uhr Vortragsveranstaltung;
Eröffnung und Grußwort: Oberbürgermeister Ivo Gönner
Vorträge: Prof. Dr. Ralf Uwe Peter: Diagnostik und Therapie von Strahlenschäden; Pfarrer Otto Frey, Ulm: Die Versorgung von Tschernobyl-Kindern in Ulm; Olha Tkaczenko, München: Die aktuelle Versorgungslage in der Ukraine
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