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Wasserbaulabor der FH Bochum bändigt Solinger Regenfluten

06.04.1999 - (idw) Fachhochschule Bochum

Wenn zu "nassen" Zeiten das Solinger Regenwas-ser den Itterbach im Westen der Stadt füllt, dann fließt ihm ein Teil dieses Wassers aus dem Nüm-mener Bach zu. Diese Fluten trugen bislang häufi-ger zu schlimmen Hochwässern bei. Das soll in Zu-kunft anders werden. Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) baut etwa ab Herbst 1999 an der Buckerter Straße ein Hochwasserrückhalte-becken, dessen Planung vom Wasserbaulabor der Fachhochschule Bochum mitgestaltet, optimiert und am Modell getestet wurde.

BRW-Planung wurde am Bochumer Modell optimiert

Wenn zu "nassen" Zeiten das Solinger Regenwas-ser den Itterbach im Westen der Stadt füllt, dann fließt ihm ein Teil dieses Wassers aus dem Nüm-mener Bach zu. Diese Fluten trugen bislang häufi-ger zu schlimmen Hochwässern bei. Das soll in Zu-kunft anders werden. Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) baut etwa ab Herbst 1999 an der Buckerter Straße ein Hochwasserrückhalte-becken, dessen Planung vom Wasserbaulabor der Fachhochschule Bochum mitgestaltet, optimiert und am Modell getestet wurde.
Für diese Anlage wird die Buckerter Straße verlegt und zu einer etwa 130 Meter langen Dammkrone ausgebaut. Etwa in der Mitte die-ses Dammes werden unter einem Häuschen der Grundablaß, ein Bypass als Notumlauf und die Schieber für die Ablaufregelung des Wassers liegen. Überschüssiges Wasser wird nach vollständigem Fül-len des Beckens über die Hochwasserentlastungsanlage abgeführt.
Durch das neue, naturnah gestaltete Bauwerk können über 22.000 Kubikmeter Wasser gestaut werden, die sonst nach starken Regenfäl-len direkt dem Itterbach zulaufen würden. Jenseits des Damms kann das Bachwasser, durch das Rückhaltebecken gedrosselt, weiterfließen.

Erste Planungen für das neue Bauwerk hatte der BRW bereits 1992 gemacht, Ende 1997 wurde die Genehmigung zum Bau der Anlage erteilt - allerdings mit Auflagen: So haben die Experten des Wasser-baulabors der Bochumer Hochschule am liebevoll gestalteten Modell die Planungen im Auftrag des BRW überprüft und schließlich eine Reihe von Veränderungen vorgeschlagen.
Laborleiter Prof. Dr. Bernhard Haber: "Im Wasserbaulabor haben wir hydraulische Modellversuche durchgeführt. Die Strömungsvor-gänge im Bereich der Hochwasserentlastung, des Grundablasses und des Bypasses der Anlage sind komplex und überwiegend dreidimen-sional. Sie lassen sich rechnerisch nur bedingt erfassen."

So wurde die geplante Anlage im Labor im Maßstab 1:10 unter Leitung des Laboringenieurs Dipl.-Ing. Peter Bilinski innerhalb weni-ger Wochen nachgebaut. Sogar Bäume, Treppen und Geländer haben die Wasserbauer in ihrer Liebe zum Detail nicht vergessen. Wichtiger aber war für sie eine Beobachtungskammer im Modelldamm, von der aus sie ihre Messungen innerhalb des Ablaufkanals durchführen konnten. So war es ihnen möglich, die optimale Form der Bauten zu ermitteln, die künftig die Menschen vor unerwünschten Wassermassen schützen.
Auch die Veränderungsvorschläge wurden anschließend auf ihre Tauglichkeit für die Realität am Modell geprüft.

Und natürlich wurde auch der schlimmste Ernstfall getestet. Dann rauschten fast 200 Liter Wasser pro Sekunde durch das Modell und das Wasser stand dem Becken bis zum Hals, also der Dammkrone.

Drittmittelprojekte wie dieses sind für die Fachhochschule Bochum von vielerlei Nutzen. So können beispielsweise nach Ende der "Angewandten Forschung" (Modellmessung) die Studierenden der FH an dem Modell Praktikumsmessungen durchführen. Auf diese Weise bekommen sie einen besonderen Einblick in ihren künftigen Beruf. Und daß die Hochschullehrer mit ihrer Arbeit an der Praxisfront auf diese Weise den aktuellen Stand der Technik am besten vermitteln, versteht sich fast von selbst.
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