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Protest gegen Stellenabbau an Hochschulen

07.04.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Resolution des Senats der Universität Münster gegen die Streichungspläne der Düsseldorfer Wissenschaftsministerin Gabriele Behler.

Der Senat der Universität Münster hat auf einer außerordentlichen Sitzung am Mittwochabend, 7. April 1999, den weiteren Abbau von Personalstellen an den nordrhein-westfälischen Hochschulen scharf verurteilt und das Land und insbesondere die Düsseldorfer Wissenschaftsministerin Gabriele Behler aufgefordert, "sich nicht weiter aus der öffentlichen Verantwortung für das Bildungssystem zurückzuziehen". Der Senat reagierte mit seiner einstimmig bei nur einer Enthaltung verabschiedeten Erklärung auf die vom nordrhein- westfälischen Wissenschaftsministerium kurz vor Ostern vorgelegten Pläne, die für die Universität Münster die Streichung von insgesamt 183 Stellen vorsehen.

Ministerin Behler wird in der Erklärung aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Betroffenen an den Hochschulen einen Strukturplan zu entwickeln, der ein flächendeckendes Lehrangebot sicherstelle und für Planungsicherheit sorge. Im Sinne einer ausreichenden Personal- und Sachmittelausstattung der Hochschulen sei die Steigerung des Bildungsetats der allgemeinen Steigerung des Landeshaushalts mindestens anzugleichen. Ministerin Behler solle in einen offenen Dialog mit allen Betroffenen eintreten, um sinnvolle Reformen in Gang zu setzen: "Soll Bildung und Forschung tatsächlich die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft fördern, so bedürfen die Hochschulen einer Politik, die die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schafft".

Scharf kritisiert wird in der Stellungnahme des münsterschen Uni-Senats das vom Ministerium gewählte Verfahren, das die Strukturplanung durch die Gremien der Hochschulen einschränke. Deshalb werde sich die Universität Münster in seiner Beteiligung an Überlegungen zur Strukturanpassung auch nicht alleine an den Vorgaben des Landes orientieren. Beschlossen wurde in der außerordentlichen Senatssitzung die Einsetzung einer 13-köpfigen Kommission, die den Senat bei seinen anstehenden Entscheidungen im Rahmen des sogenannten "Qualitätspakts" unterstützen und beraten soll. Die Mitglieder dieser Kommission, der sieben Professoren angehören, werden in der nächsten Senatssitzung am 21. April gewählt.
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