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Dresdner Rechenprogramm hilft, die Magnetfeldbelastung zu überprüfen

08.04.1999 - (idw) Technische Universität Dresden

Hannover Messe (19. bis 24. April 1999)

Ein Mausklick genügt, schon sehen die Stadtwerker auf dem Bildschirm, wo der Fehler liegt

Die rund 900 deutschen Stadtwerke stehen im Streß: Schließlich müssen sie alle ihre Transformationenstationen bis Ende 1999 überprüfen. Schon allein die Dresdner Stadtwerke (DREWAG) betreuen mehr als 1.100 Trafostationen.
Der Grund für die Überprüfung ist die am 1. Januar 1997 in Kraft getretene Bundes-Immisionsschutzverordnung zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen: Für beispielsweise Wohnhäuser darf nun die elektrische Feldstärke nicht höher als 5 Kilovolt pro Meter sein und die magnetische Flußdichte nicht mehr als 100 Mikrotesla betragen. Das neue Softwareprogramm einer Gruppe um den Dozenten Dr. Hartmut Bauer vom Institut für Elektroenergieversorgung an der Technischen Universität Dresden (TUD) hilft, Fehler schnell zu erkennen und zu vermeiden, um die elektromagnetischen Felder der Trafostationen zu überprüfen. Die Dresdner Wissenschaftler stellen das Programm vom 19. bis 24. April 1999 auf der Hannover Messe (Halle 18, 1. Obergeschoß, Stand J16) vor.

Vorläufer dieser jetzt auch für Transformatorenstationen komfortabel anwendbaren Software hatten die Dresdner schon 1997 und 1998 auf der Hannover Messe präsentiert, die zur Berechnung der elektromagnetischen Felder bei Freileitungen und Umspannwerken angewendet wurden. Der Schwerpunkt des weiterentwickelten Rechenprogramms liegt diesmal auf der hohen Aussagesicherheit für Transformatorenstationen.

"Im Schnitt müssen je Trafostation an die 1.000 Daten eingegeben werden, um die magnetische Flußdichte im Umfeld der Stationen zu berechnen", erläutert Dr. Hartmut Bauer von der TUD. Mit der weiterentwickelten Software der Dresdner Wissenschaftler brauchen die Stadtwerker bis zu 90 Prozent weniger Werte in den Computer eingeben. Einzelne Leiteranordnungen werden aneinandergereiht und zu Makros zusammengeschaltet. Die Strombelegung der einzelnen Leiter erfolgt automatisch, wenn die Einspeise- und Abnahmepunkte der Drehstromleistungen vorgegeben werden.
Somit entfallen beispielsweise Angaben über die Länge der Sammelschienen. "Je mehr Daten einzugeben sind, desto höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu machen", so Bauer. Ein Komma verrutscht bei den vielen Eingaben mal schnell, die zur Berechnung notwendig sind, so daß eine Sammelschiene dann nicht mehr 1,80 Meter lang ist, sondern 18 Zentimeter.

Ein weiterer Riesenvorteil der Dresdner Software: Die Transformatorenstation samt Innenleben wird dreidimensional und farbig dargestellt. Am Bildschirm können die Stadtwerker die Station drehen und Details vergrößern. Mit einem Blick ist zu erkennen, ob und wo sie gegebenenfalls Fehler bei der Dateneingabe gemacht haben. Und wenn die Station nicht den Grenzwerten der Bundesverordnung entspricht, können die Stadtwerker sich Lösungen überlegen und diese mit wenigen Handgriffen Online durchrechnen.

Die Dresdner Wissenschaftler haben die Genauigkeit der Berechnungs-ergebnisse für unterschiedliche Freileitungen, Umspannwerke und Transformatorenstationen mehrmals durch Vergleiche aufwendiger Messungen überprüft. Berücksichtigt wurde dabei auch, daß Bäume in der Nähe von Freileitungen das elektrische Feld reduzieren und Blechtüren an Transformatorenhäuschen das magnetische Feld verändern.

Der Vertrieb der Software und der Support erfolgen über die Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der TU Dresden mbH.
Gemeinsam mit den Mediziner und Biologen werden an der TUD auch biologische Wirkungen niederfrequenter Magnetfelder untersucht.

Informationen: TU Dresden, Institut für Elektroenergieversorgung, Dr. Hartmut Bauer, Diplom-Ingenieur Karl-Heinz Fandrey oder Diplom-Ingenieur Thoralf Bohn, Telefon (03 51) 4 63-51 04 oder 4 63-53 53, Fax (03 51) 4 63-70 36, E-mail: bauer@eev.et.tu-dresden.de,

Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der TU Dresden mbH, Chemnitzer Strasse 48b, 01187 Dresden, Dr. Ines Exner, Telefon (03 51)
4 63-58 72, Fax (03 51) 4 63-17 22, E-Mail: exner@gwt-tud.de
oder vom 19. bis 24. April 1999 auf der Hannover Messe, Halle 18,
1. Obergeschoß, Stand J16 (Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen", Telefon (05 11) 89-4 76 25, Fax (05 11) 89-4 76 32).

Birte Urban, Telefon (03 51) 4 63-30 37
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