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Tierschutz nicht ins Grundgesetz

08.04.1999 - (idw) Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Offener Brief Göttinger Max-Planck-Wissenschaftler, darunter zweier Nobelpreisträger, an Abgeordnete des Deutschen Bundestages: Die von der Regierung geplanten Gesetzesänderungen zur Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz würden die biomedizinische Grundlagenforschung in Deutschland massiv behindern.

Die von der Regierung geplanten Gesetzesänderungen, mit denen der Tierschutz als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen werden soll, haben jetzt auch die Direktoren des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie zu einer öffentlichen Stellungnahme veranlaßt. In einem Offenen Brief an Göttinger Bundestagsabgeordnete warnen Sie ausdrücklich vor den absehbaren Folgen einer solchen Änderung, die für einen umfassenden Tierschutz nicht notwendig ist, wegen zu erwartender Rechtsstreite und Rechtsunsicherheiten aber die biomedizinische Grundlagenforschung in Deutschland massiv behindern würde. Die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in das Grundgesetz werde bewirken, daß in Deutschland Medikamente eingesetzt würden, die in anderen Ländern entwickelt wurden, da die zu ihrer Entwicklung notwendige Forschung in Deutschland verboten war.

Die 10 Unterzeichner des Briefes, darunter die Göttinger Nobelpreisträger Prof. Manfred Eigen und Prof. Erwin Neher, beklagen die oft verzerrte Darstellung dieses Themas in der gegenwärtigen Diskussion und weisen darauf hin, daß das vorhandene Tierschutzgesetz schon jetzt Verfahrensweisen in der experimentell-medizinischen Forschung ausschließt, die außerhalb der Forschung im Alltag noch gang und gäbe sind. Angesichts der massiven Nachteile für die Forschung in Deutschland und einer zu erwartenden Abwanderung von Wissenschaftlern ins Ausland fordern sie die Abgeordneten auf, der geplanten Grundgesetzänderung nicht zuzustimmen.

Den Wortlaut des Briefes können Sie über die unten abgegebene Internetadresse abrufen.

Kontakt: Prof. Dr. Reinhard Jahn, Abt. Neurobiologie, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, D-37070 Göttingen, Tel: 0551 201 1635, eMail: rjahn@gwdg.de
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