Greifswalder Immunologen testeten Blutproben aus Türkei20.04.1999 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Bei verschiedenen Tumorerkrankungen hilft nur noch eine Spende von Blutstammzellen eines fremden Knochenmarkspenders. Diese müssen allerdings gewebeverträglich sein. In vielen Ländern gibt es deshalb Knochenmarkspenderdateien. Weltweit kann man inzwischen Gewebetypisierungsdaten von drei Millionen Freiwilligen, die im Bedarfsfall auch als Knochenmarkspender zur Verfügung stehen, aus Dateien abfragen. In der Türkei suchte man letzte Woche weitere Freiwillige, weil für eine Leukämiepatientin immer noch kein passender Spender in den Dateien zu finden war. Einem Aufruf folgten 10000 Personen in der Türkei. Ihre Gewebemerkmale mußten in drei Tagen aus den entnommenen Blutproben bestimmt werden. 23 deutsche Laboratorien haben diese Aufgabe übernommen. Auch in das Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald wurden Blutproben geflogen. Dort haben die Mitarbeiter am Wochenende in ihrer Freizeit 150 Blutproben einer aufwendigen Typisierung unterzogen. Und es sieht so aus, als ob diese erste Aktion in der Türkei für die Patientin erfolgreich gewesen sein könnte. Einer der 10 000 Untersuchten ist wahrscheinlich als Knochenmarkspender für sie geeignet. Je mehr Spender sich weltweit freiwillig zur möglichen Knochenmarkspende entschließen, desto größer werden die Chancen, auch bei seltenen Gewebemerkmalen einen passenden Spender zu finden. Vor Jahren wurde bereits ein Greifswalder Medizinstudent als passender Spender für ein australisches Kind ausfindig gemacht, dessen Knochenmarkzellen tatsächlich nach Australien geflogen und hilfreich eingesetzt werden konnten. Kontakt: Prof. Dr. Christine Schütt Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin Sauerbruchstrasse 17487 Greifswald 03834-86-5470, Fax 03834-86-5490, e-mail: schuett@uni-greifswald.de
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