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Studierende der Altertumskunde lernen gemeinsam mit der Uni Izmir vor Ort Archäologie

06.08.2002 - (idw) Freie Universität Berlin

"Den meisten Archäologie-Studenten fehlt die Möglichkeit, Berufspraxis vor Ort zu erlernen", sagt Prof. Dr. Hartmut Kühne vom Institut für Vorderasiatische Altertumskunde der Freien Universität, "das muss anders werden". Deutschlandweit einmalig bietet Kühne deshalb ein internationales und interdisziplinäres Forschungspraktikum in den Semesterferien an, das Studierenden der Vorderasiatischen Altertumskunde erste praktische Erfahrungen im Vorderen Orient vermitteln soll. Gemeinsam mit Studierenden der türkischen Ege Universität in Izmir lernen die FU-Studierenden Ausgraben von der Pike auf. Das zehntägige Praktikum findet in der türkischen "Civril-Ebene", östlich von Izmir, statt.

Die Studierenden betreten dabei archäologisches Neuland. Denn bislang ist nur ein Siedlungshügel der Civril-Ebene, Beycesultan, erforscht. Keramikscherben weisen darauf hin, dass sich auch unter anderen Feldhügeln Zeugnisse einer rund sechs Jahrtausende alten Besiedlung finden. Für die Studierenden wird es zunächst darum gehen, die Ebene geographisch zu untersuchen und alle Siedlungsplätze zu kartieren. Im kommenden Sommer werden dann Keramikscherben und andere Artefakte systematisch gesammelt, katalogisiert und kulturhistorisch eingeordnet. Am Ende der zunächst auf drei Jahre geplanten internationalen Praktika wird eine wissenschaftliche Publikation stehen, an der die Studenten teilhaben sollen. Neben den archäologischen Aspekten vertiefen die Teilnehmenden ihre Sprachkenntnisse und erhalten Einblicke in die orientalische Kultur.

Das neue Projekt wird zunächst aus Universitätsmitteln im Rahmen der Zielvereinbarungen bezahlt; im nächsten Jahr hofft Kühne auf ergänzende Mittel des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das internationale Praktikum soll künftig in jedem Sommer stattfinden. Ein Hauptseminar im Sommersemester bereitet dabei jeweils auf die Feldarbeit des Praktikums vor. Teilnehmen können nicht nur Studierende der Vorderasiatischen Altertumskunde, sondern auch Studierende verwandter archäologischer Fächer wie Ägyptologie, Klassische Archäologie, Prähistorische Archäologie oder Altamerikanistik, die im Nebenfach Vorderasiatische Altertumskunde studieren. "Wir müssen unseren bisherigen ´Trockenschwimmkurs´ in den Seminaren um praktische Anwendungen ergänzen bevor verantwortungsvolle Aufgaben in Ausgrabungen übernommen werden."

Nähere Informationen gibt Ihnen gerne: Institut für Vorderasiatische Altertumskunde, Prof. Dr. Hartmut Kühne, Tel.: 030/83852057, E-Mail: kuehneha@zedat.fu-berlin.de
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