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Ende der Zettelkataloge

06.08.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) präsentiert ab sofort auch ihre letzten beiden großen Zettelkataloge im Internet. Der Zentralkatalog der Institute (ZKI) mit 1,05 Millionen Titeln und der systematische Katalog der ULB mit 1,2 Millionen Titeln wurden "Image-digitalisiert": Die Abbildungen der Titelkarten sind nun im Netz zu sehen. Damit ist für Bibliotheksdirektorin Dr. Roswitha Poll endgültig das "Ende der Zettelkataloge" an der Universität Münster gekommen.

Mit dem digitalisierten Zentralkatalog der Institute komplettiert die Bibliothek den elektronischen Gesamtnachweis der Literaturbestände in der Universität. Der zentrale Online-Katalog (OPAC) und der Online-Katalog der Institute (OKI) boten bereits 3,8 Millionen Bände für die Online-Recherche an. Die Institutsbestände bis 1990 waren dagegen bisher weitgehend nur im zentralen Zettelkatalog zu finden. Nun entfällt für Studierende und Wissenschaftler der Weg in die ULB, um dort umständlich in Katalogschränken und in Kolonnen von Papierzetteln Besitz und Standort der nach wie vor wichtigen älteren Literatur herauszufinden. Wer im Image-Katalog nach Verfassernamen oder Titelanfängen sucht, wird auf die digitalen Abbilder der Katalogzettel geführt, in denen er rasch und komfortabel vor- und rückwärts blättern kann.

Eine Dienstleistung von besonderer Qualität bietet die digitalisierte Version des umfangreichen Systematischen Kataloges (SyK) der ULB. Bibliothekskunden, die Literatur zu einem bestimmten Thema benötigen, können nun erstmals auch den älteren Medienbestand der Bibliothek elektronisch nach einschlägigen Werken sachlich durchforschen. Im OPAC findet man neu erschienene Bücher, indem man Schlagwörter oder Schlagwortketten als Suchbegriffe eingibt. Demgegenüber erschließt der jetzt digitalisierte SyK mehr als 1,2 Millionen Titel des bis 1990 aufgebauten Bibliotheksbestandes nach wissenschaftlichen Fächern und Disziplinen. Die sachliche Suche im SyK ist deshalb besonders effektiv, weil man in der fein gegliederten Hierarchie nicht nur systematisch navigieren kann. Zusätzlich lassen sich die 80.000 Systemstellen der Klassifikation nach Stichwörtern durchsuchen. Und zur Abrundung können beinahe 100.000 alphabetisch sortierte Registerzettel mit Namen und Sachstichwörtern der einzelnen Fächer elektronisch durchblättert werden.

Mit ZKI und SyK als digitalisierten Zettelkatalogen geht an der Universität Münster eine Ära zu Ende: Abgesehen von kleinen, hochspezialisierten Sonderbeständen haben die konventionellen Bibliothekskataloge, bestückt mit papierenen Zetteln, ihren Dienst erfüllt. Gleich ob es sich um Neuanschaffungen oder ältere Literatur handelt, gleich ob gedruckte oder elektronische Publikationen gesucht werden, gleich auch, ob thematisch oder nach bekannten Titeln gesucht wird, die elektronische Katalogrecherche an der Universität Münster ist für jedermann rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt umfassend Wirklichkeit geworden. Durchgeführt wurde die Digitalisierung mit finanzieller Unterstützung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung und der Universität Münster.
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