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Erlangen ist Sitz der Zentralen Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters Bayern

23.04.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Gesundheitsministerin Stamm besucht Krebsregister

Die Bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm wird am Dienstag, 27. April 1999, die zentrale Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters Bayern besuchen und sich vor Ort über den Stand der Arbeiten informieren. Begleitet wird sie dabei von Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis und Prof. Dr. Walter Gallmeier von der Deutschen Krebshilfe e.V., die den Aufbau des bayerischen Krebsregisters finanziell unterstützt. Die Ministerin wird um 14.00 Uhr in der Carl-Thiersch-Str. 7 in Erlangen erwartet.

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Allein in Bayern starben im Jahr 1997 über 27.000 Menschen an bösartigen Neubildungen. Obwohl über einzelne Faktoren, die zu einer Krebserkrankung führen können, viel bekannt ist, fehlen immer noch gesicherte Basisdaten über Krebserkrankungen - insbesondere die regionale Häufigkeit. Mit dem Bundesgesetz über Krebsregister vom 4. November 1994 wurden die Länder verpflichtet, bis 1999 Krebsregister einzurichten. In Bayern ist das Ausführungsgesetz und die Verordnung zur Durchführung des Krebsregistergesetzes am 1. Janaur 1998 in Kraft getreten. Aufgabe dieses zentralen epidemiologischen Krebsregisters ist es, in enger Kooperation mit den bestehenden Klinikregistern und Tumorzentren die erforderlichen. Daten zu erfassen und zu bewerten. Mit Hilfe dieser Daten soll der Kampf gegen den Krebs verstärkt werden.


So erhält das Krebsregister seine Daten

Wenn die Diagnose einer bösartigen Erkrankung oder deren Frühform gestellt wurde, sollen dies die Krankenhäuser, Ärzte oder Zahnärzte melden. In Bayern gibt es allerdings auch weiterhin keine Meldepflicht für Krebs, jeder Patient kann deshalb der Weitergabe seiner Krankheitsdaten widersprechen. Die Daten werden an das klinische Krebsregister des zuständigen Tumorzentrums in München, Würzburg, Regensburg, Augsburg und Erlangen weitergegeben. Dort werden die Daten gesammelt und auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Anschließend werden die Daten an die Vertrauensstelle des Epidemiologischen Krebsregisters Bayern in Nürnberg weitergeleitet. Hier werden die persönlichen Daten so verschlüsselt, daß kein Bezug mehr zwischen Person und Krankheitsgeschichte besteht. Die verschlüsselten Personendaten und die medizinischen Daten kommen dann an die Registerstelle des Epidemiologischen Krebsregisters Bayern in Erlangen. Die Registerstelle führt das eigentliche epidemiologische Krebsregister. Sie erhält nur verschlüsselte persönliche Daten und hat auch keinen Kontakt zu meldenden Stellen. Die Registerstelle wertet die Daten aus und beobachtet das Auftreten und die Trendentwicklung aller Formen von Krebserkrankungen. Außerdem bewertet sie verschiedene Maßnahmen im Bereich der Früherkennung und der Behandlung von Krebs.

Jährlich werden die Daten der epidemiologischen Krebsregister aller Bundesländer an die Dachdokumentation Krebs beim Robert-Koch-Institut in Berlin (vormals Bundesgesundheitsamt) übermittelt.

Aufbauphase beendet

In enger Kooperation mit dem Bayerischen Ministerium für Arbeit und Sozialordnung und den fünf bayerischen Tumorzentren konnte im Dezember 1998 die Testphase der technischen Bearbeitung der epidemiologischen Daten aus Bayern in der Vertrauensstelle beginnen. Enge Kooperation zwischen den Ärzten und den bayerischen Tumorzentren ermöglichte es, daß bis heute etwa ein Drittel der zu erwartenden Daten über Krebsneuerkrankungen aus den epidemiologisch erfaßten Gebieten Bayerns an die Vertrauensstelle weitergeleitet werden konnte. Diese Daten werden zur Zeit auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit überprüft und dann - nach Bildung der Kontrollnummern - an die Registerstelle weitergegeben.

Inzwischen wurden auch die technischen und strukturellen Grundlagen für die Umsetzung des Bayerischen Krebsregistergesetzes geschaffen. Mit den fünf bayerischen Tumorzentren, eines davon mit Sitz in Erlangen, wurden die grundsätzlichen Rahmenbedingungen zum Datenaustausch und zur Datenweitergabe an das Robert-Koch-Institut Berlin erarbeitet. Mit der Arbeitsgemeinschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland gibt es einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch.

Nach der Statistik erkranken jährlich über 340.000 Bundesbürger an Krebs, mehr als 210.000 sterben an Krebs. Jeder Krebspatient ist durchschnittlich sechsmal wegen seiner Erkrankung in stationären Einrichtungen. Unter diesem Aspekt werden die Daten aus dem Epidemiologischen Krebsregister dazu beitragen, das Wissen über die Volkskrankheit Krebs zu vermehren und darüber hinaus zur Erhaltung der Versorgungsqualität beitragen.

Für die Förderung zum Aufbau des Epidemiologischen Krebsregisters in Bayern hat die Deutsche Krebshilfe 1,1 Mio. DM zur Verfügung gestellt.


* Kontakt:
Epidemiologisches Krebsregister für Bayern
Dr. Martina Franzkowiak de Rodriguez
Carl-Thiersch-Str. 7, 91052 Erlangen
Tel.: 09131/85 -36035, Fax: 09131/85 -34001
Weitere Informationen: http://www.ekr.med.uni-erlangen.de/
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