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Kinder der Utopie

27.04.1999 - (idw) Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg

HFF-Professor drehte bei den "Hutterischen Brüdern" in Kanada. - Dokumentation in 3sat über den Lebensentwurf einer "Utopischen Kommune"

In den großen Ebenen Nordamerikas leben die "Hutterischen Brüder" in über 400 kibbuzartigen Gemeinschaftssiedlungen in einer bemerkenswerten Gesellschaftsform. Die sozialen Utopien der letzten Jahrhunderte hatten zu Lebensformen wie "Utopischen Kommunen", geführt. Nur wenige von ihnen haben - wie die "Hutterischen Brüder" - die Zeiten überdauert.

Radikal wie die Urchristen, praktizieren sie noch heute Gütergemeinschaft und weitgehende Lebensgemeinschaft. Sie wirtschaften außerordentlich erfolgreich und ernähren ihre über 40.000 Mitglieder aus eigener Kraft. Keine Armut neben Reichtum, keine Arbeitslosigkeit, kein Elend, keine Vereinsamung. Seit über 470 Jahren haben sie viele mittelalterliche Gebräuche, Trachten und ihre im Deutschen wurzelnde eigene Sprache überliefert. An ihre Herkunft aus unserem Sprachraum erinnern noch ihre Familiennamen: Hofer, Kleinsasser, Gross, Stahl, Waldner.

Der HFF-Professor und Regisseur Klaus Stanjek hat seit 1979 eine Reihe von Kommunen in Kanada und USA regelmäßig besucht und ein freundschaftliches Verhältnis zu einzelnen Familien und Gemeindevorstehern aufbauen können. Nach einiger Zeit erlaubten einzelne Siedlungen ihm das "Bild'l obnehmen" - das Fotografieren. 1998 durfte er erstmalig in einer Gemeinde im kanadischen Mittelwesten mit seinem Team mehrere Wochen lang wohnen und Filmaufnahmen vom Innenleben der Huttererkommune drehen.

Der Film "Kinder der Utopie" läßt die Kinder Thomas und Maria in ihrer eigenen Hutterer-Sprache über ihren Alltag erzählen. Als Elfjährige gehören sie zur Gruppe der Schulkinder. Mit ihnen lernen, essen, beten, arbeiten und spielen sie gemeinsam; erst am Abend gehen sie zu ihren Eltern und Geschwistern und bleiben dort über Nacht. Von klein an werden sie mit einfacheren Aufgaben auf den Feldern und in den Werkstätten betraut und auf die Arbeit der Erwachsenen vorbereitet. Sie verlassen ihre Kommune sehr selten, ihr ganzes Leben spielt sich weitgehend innerhalb des stabilen Schutzes und der Geborgenheit der Hutterersiedlung ab. Ihre Vorstellung von der Außenwelt bleibt schematisch. Sich selbst betrachten sie als "göttliche Archen im Meer der weltlichen Sünde."

3sat zeigt die Dokumentation von Klaus Stanjek in der Reihe "Fremde Kinder" am 2. Mai 1999 um 22.00 Uhr.
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