Fortschritte im Kampf gegen virale Herzmuskelentzündungen29.04.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena
Jena. (29.04.99) Mit einem Wissenschaftspreis ist ein Gemeinschaftsbeitrag Jenaer Virologen und Zellbiologen bei einem internationalen Symposium in Breckenridge/Colorado (USA) prämiert worden. Forscher aus dem Institut für Virologie der Friedrich-Schiller-Universität und dem Hans-Knöll-Institut für Naturstofforschung (HKI) stellten auf der Tagung zum "Programmierten Zelltod" eine Arbeit über die Wechselwirkungen zwischen Coxsackie-Virus-Proteinen und körpereigenen Zelltod-Proteinen vor. Coxsackie-Viren verursachen beim Menschen Herzmuskelentzündungen, die oftmals tödlich enden.
Die Jenaer Virologen haben zwar inzwischen einen Impfstoff gegen einen Coxsackie-Typen entwickelt, der im Tierversuch sehr vielversprechende Ergebnisse liefert. "Damit haben wir möglicherweise in einigen Jahren ein Instrument zur Vorbeugung in Händen", berichtet Dr. Andreas Henke, "bei der Entwicklung einer spezifischen Therapie für erkrankte Patienten sind wir aber noch nicht so weit." Ein erster Schritt könnte nun in der Entdeckung der Protein-Interaktion liegen. Der programmierte Zelltod ist ein natürlicher Prozeß, bei dem auch im menschlichen Körper nicht gewünschte bzw. nutzlose Zellen während der Entwicklung eines Organismus oder im Verlauf natürlicher biologischer Vorgänge ausgeschaltet werden. Dieser Prozeß wird molekular im wesentlichen durch spezifische Proteine gesteuert. "Es deutet einiges darauf hin, daß die Coxsackie-Viren diese Abläufe stören", erklärt Dr. Henke. "Damit hätten wir einen wichtigen Erklärungsansatz für die Krankheitsentstehung von viralen Herzmuskelentzündungen." Das gemeinsame Projekt zwischen HKI und Virologen sei nur ein Beispiel für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Jenaer Universität und den außeruniversitären Beutenberg-Instituten. Daher freuen sich Prof. Dr. Axel Stelzner, Dr. Axel Henke, Dr. Roland Zell und Katrin Klement (alle Uni Jena) sowie Dr. Thomas Munder und Heike Launhardt (beide HKI) besonders über die Auszeichnung in den USA. Aus einem Teilnehmerfeld von insgesamt 45 Vorträgen und 365 Postern hatte die Jury den Jenaer als einen von vier preiswürdigen Beiträgen ausgewählt. Für die Virologen der Friedrich-Schiller-Universität ist es bereits die neunte wissenschaftliche Preisverleihung seit Gründung ihres Instituts vor sechseinhalb Jahren, resümiert Direktor Prof. Axel Stelzner. Ansprechpartner: Dr. Andreas Henke Institut für Virologie der FSU Tel.: 03641/657215, Fax: 657202 e-mail: i6hean@rz.uni-jena.de Friedrich-Schiller-Universität Referat Öffentlichkeitsarbeit Dr. Wolfgang Hirsch Fürstengraben 1 07743 Jena Tel.: 03641/931031 Fax: 03641/931032 e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de
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