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Solide Ausbildung sichert erfolgreichen Berufseinstieg

07.08.2002 - (idw) Universität Rostock

Universität Rostock veröffentlicht zweite Absolventenstudie

Gleichbleibendes Lob für die fachliche Ausbildung sowie gute Betreuung im Studium sind zentrale Ergebnisse der jetzt vorliegenden, zweiten Rostocker Absolventenstudie. Unter der Überschrift "Rückblick und Verbleib" stellt sie vor, wie Absolventen aus den drei Jahrgängen 1996/97 bis 1998/99 ihr abgeschlossenes Studium bewerten und wie ihnen der Übergang in den Arbeitsmarkt gelungen ist.
Trotz einiger offener Wünsche hieß es bei den Absolventen überwiegend: "Ich würde wieder in Rostock studieren." Vor allem die Möglichkeit, in kleineren Gruppen und engem Kontakt zu den Lehrenden zu studieren, lobten sie im Rückblick. Sie sahen auch darin einen Vorteil, dass die gut strukturierten Studiengänge einen Abschluss ohne Zeitverzögerung erleichtern. Und dann waren da noch das Umfeld der Universität, die Clubs und die Ostsee.
Alles in allem waren die Erfahrungen der Absolventen so, dass sie mit ihrer Universität in Kontakt bleiben oder ihn neu knüpfen wollten. Hier ist allerdings auch die Alma Mater gefordert.
Der Qualität der Ausbildung an der Universität stellten die ehemaligen Studierenden im Rückblick ein Zeugnis mit überwiegend guten Noten aus.
Angemessen vorbereitet sahen sich die Absolventen vor allem, was die fachlichen Qualifikationen für die Berufstätigkeit anging. Breites Grundlagenwissen, grundlegende Methodenkenntnis und spezielles Fachwissen konnten sie nach Ansicht der Mehrheit gut erwerben. Mehr Raum hätte im Studium sein können, um Praxis- und Berufserfahrungen zu sammeln. Nach der ersten Zeit im Beruf hielten sie es zudem für wichtig, "weiche" Kompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit im Studium noch stärker zu fördern.
Eine andere Empfehlung, die sich aus den Rückmeldungen der Absolventen ableiten lässt, zielt auf die frühzeitigere Einbindung der Studierenden in die Forschungen ihrer Lehrenden. Und auch mehr Angebote, durch internationale Kontakte über den deutschen Tellerrand zu blicken, hätten sich die ehemaligen Studierenden gewünscht. Schließlich unterstützten sie das Bemühen der Universität, bereits bestehende Angebote der Universität, wie die Allgemeine Studienberatung & Careers Service als Berufsorientierung und -beratung verbunden mit einer Internet-Jobbörse www.absolventenbörse.de weiter auszubauen.

Erfolgreicher Berufseinstieg

Bei der erfolgreichen Arbeitsuche wurden die ehemaligen Studierenden von der mit berufsorientierenden Beratungs- und Trainingsangeboten unterstützt.
Der Einstieg in den Beruf gestaltete sich für die 726 ehemaligen Studierenden, die an den Befragungen teilnahmen das entspricht etwa einem Drittel aller Absolventen, fast immer erfolgreich. Nur 3 % von ihnen befanden sich zum Zeitpunkt, da sie den Fragebogen ausfüllten, auf Arbeitsuche. Fast zwei Drittel waren berufstätig, ein Viertel durchlief die vorgesehene zweite Ausbildungsphase.
Dabei nahm der Übergang meist nicht viel Zeit in Anspruch. Bald die Hälfte unterschrieb im direkten Anschluss an das Studium einen Arbeitsvertrag. Auch stellte die angenommene Beschäftigung nur in wenigen Fällen eine Notlösung dar. Neun von zehn Beschäftigten sahen eine eher große fachliche Nähe der Tätigkeit zu ihrem Studium. Nicht einmal jeder sechste Berufstätige musste sich mit einer Einstufung unterhalb seiner Qualifikation zufrieden geben.
Nur in drei Fächergruppen stießen die Absolventen auf etwas mehr Schwierigkeiten beim Start in das Berufsleben. So waren von den Geistes- und den Agrar-/ Umweltwissenschaftlern mit 9 % überdurchschnittlich unfreiwillig ohne Arbeit. Die Berufstätigen aus den Agrar-/Umwelt- und aus den Wirtschaftswissenschaften stiegen zudem jeweils zu einem Drittel auf einer weniger hoch eingestuften Tätigkeit in den Arbeitsmarkt ein. In beiden Fächergruppen traf es im Übrigen vor allem die Frauen, während die Männer häufiger gleich in leitende Funktion rückten.
In vielen Fällen brachte der Übergang noch keine Sicherheit für die berufliche Zukunft. Für vier von zehn Berufsanfängern blieb die erste Anstellung zunächst zeitlich befristet. Die Regel war das für die Mediziner, Juristen und Lehrer, für die der eigentliche Arbeitsmarkteinstieg erst mit dem Ende der zweiten Ausbildungsphase anstand. Auch vier von fünf Naturwissenschaftler verfügten nur über einen Zeitvertrag, meist eine auf Teilzeitbeschäftigung beschränkte Promotionsstelle.
Schließlich zeigte sich eine stärker werdende Bewegung in die alten Bundesländer. Aus dem Jahrgang 1996/97 nahmen sechs von zehn Berufstätigen eine Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern auf, nur noch die Hälfte war es aus 1998/99. Die Zunahme resultierte aus der größer werdenden Gruppe der Absolventen, die aus anderen Regionen zum Studium nach Rostock kamen, aber nur zu einem Drittel nach dem Studium in Mecklenburg-Vorpommern blieben. Auch die einheimischen Absolventen wechselten 1998/99 öfter (29%) als noch 1996/97 (22%) zur Arbeitsaufnahme in die alten Bundesländer. Diese Entwicklung zog sich durch alle Fächergruppen und machte sich in erster Linie an Medizinern, Juristen und Lehrern fest also Bereichen, in denen das Land als Arbeitgeber direkten Einfluss auf die Beschäftigungspolitik hat.

Philipp Busch

(Die Studie und weitere Informationen unter 0381.4981243 oder evaluation@uni-rostock.de.)
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