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Ostkirchliches Institut: Neue Aufgaben nach der Wende im Ostblock

18.05.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Verbindung zwischen der Universität Würzburg und dem Ostkirchlichen Institut der Bayerisch-Deutschen Augustinerprovinz mit seiner 20.000 Bände umfassenden Spezialbibliothek ist noch enger geworden: Der Einrichtung im Steinbachtal wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die rechtliche Stellung eines An-Instituts der Universität verliehen.

Aufgabe und Ziel des Instituts ist die Erforschung der Geschichte und Gegenwart der Kirchen des Ostens. Dies wird geleistet am Sitz des Instituts im Steinbachtal, im Institut für Historische Theologie (Fach Ostkirchengeschichte) sowie in Kooperation mit Prof. Dr. Christian Hannick (Lehrstuhl für Slavische Philologie, Universität Würzburg), Prof. Dr. Dr. Johannes Hofmann (Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie, Universität Eichstätt) und Prof. Dr. Ernst Chr. Suttner (Institut für Patrologie und Ostkirchenkunde, Universität Wien).

Das Ostkirchliche Institut der Augustiner entstand 1947 aus der Zusammenarbeit von Angehörigen des Augustinerordens und der Provinzleitung mit Prof. Dr. G. Wunderle von der Theologischen Fakultät. Es erlebte seine erste Blüte von 1951 bis 1977 durch Prof. Dr. Hermenegild Biedermann OSA infolge einer Verbindung der Leitung des Instituts in einer Hand mit der Professur für Kunde des Christlichen Ostens (seit 1972 Lehrstuhl für Theologie und Geschichte des Christlichen Ostens) an der Theologischen Fakultät. Prof. Biedermann wurde 1977 emeritiert; er starb im Jahr 1994.

In konsequenter Fortsetzung dieser Verbindung zwischen Ostkircheninstitut und Universität kam es nach dem Tod von Prof. Biedermann 1995 mit Hilfe einer Initiative von MdL Dr. Walter Eykmann und der Mitwirkung von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zu einem Kooperationsvertrag zwischen dem Provinzial der Augustiner, P. Eric Englert OSA, und dem Freistaat Bayern bzw. der Universität und ihrem Präsidenten Prof. Dr. Theodor Berchem.

Gleichzeitig und zur Konkretisierung des Kooperationsvertrages erhielt das Institut ein Leitungsgremium von fünf Würzburger bzw. auswärtigen Professoren und zwei Direktoren, dem Administrativen Direktor P. Dr. Gregor Hohmann OSA und dem Wissenschaftlichen Direktor, derzeit Prof. Dr. Jakob Speigl vom Institut für Historische Theologie der Alma Julia.

Die Errichtung des Ostkirchlichen Instituts als "Institut an der Universität Würzburg" eröffnet einen neuen, größeren Rahmen, in dem einerseits das bisher Erreichte gesichert und fortgesetzt werden kann. Andererseits sollen auch die neuen Aufgaben aufgegriffen werden, die sich nach der Wende im Ostblock und beim Hineinwachsen der östlichen Länder in die Europäische Union ergeben. Für die Aussöhnung in Europa werden die ostkirchlichen Fragen als äußerst wichtig betrachtet. Darum soll in Wissenschaft und Öffentlichkeit vermehrt für die Verbreitung von Grundkenntnissen über die benachbarte östliche kirchliche Welt des slavischen, altorientalischen und griechischen Bereiches gesorgt werden.

Die wissenschaftlichen Aufgaben des Instituts sind zur Zeit die Herausgabe der Zeitschrift "Ostkirchliche Studien" und der Reihe "Das östliche Christentum". Die nötigen Arbeiten für die große Spezialbibliothek (20.000 Bände) und für die Herausgabe der Zeitschrift und der wissenschaftlichen Reihe werden von den Mitgliedern und Mitarbeitern/innen des Ostkirchen-Instituts sowie von den Mitgliedern des Leitungsgremiums geleistet.

Finanziell wird das Institut getragen durch einen Sachmittel-Etat von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums und einen Personal-Etat der Bayerischen Bischofskonferenz. Die Augustinerprovinz erbringt weiter ihren Beitrag in Gestalt der unentgeltlichen Arbeit von mehreren Mitgliedern des Ordens an der Arbeitsstelle des Instituts im Steinbachtal. Ein Förderverein der Freunde des Ostkirchlichen Instituts unterstützt dessen Arbeiten durch jährlich zwei Symposien und durch Zuschüsse für die wissenschaftlichen Publikationen.

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