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Forscher geht per Zeppelin an die Baumkronen

20.05.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Der Ökologe Dr. Andreas Floren (37) von der Universität Würzburg beschreitet einen völlig neuen Weg, um die Tierwelt in den Baumkronen zu untersuchen: Er fährt mit einem Zeppelin an seine Forschungsobjekte heran.

Weil Baumkronen schwer zugänglich sind, bilden sie bis heute einen so gut wie unerforschten Lebensraum. Aufsehen erregt die außerordentliche Artenvielfalt auf tropischen Bäumen, doch auch über die Baumkronen der Laubmischwälder in den gemäßigten Klimazonen weiß die Wissenschaft bis heute nur sehr wenig. Dies macht die Ökologie der Baumkronen zu einem äußerst interessanten Gebiet, und zwar sowohl für die Grundlagen- als auch für die Naturschutzforschung. Hierzu führen die Wissenschaftler vom Würzburger Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie, dem Dr. Floren angehört, vergleichende Untersuchungen in den Regenwäldern Borneos und den Laubmischwäldern Mitteleuropas durch.

Im Jahr 1998 hat Dr. Floren erstmals ein Heißluft-Luftschiff für seine Untersuchungen eingesetzt. Seinerzeit testete er verschiedenste Fallentypen, die an dem Luftschiff befestigt waren oder in den Baumkronen abgesetzt wurden. Der größte Vorteil des Luftschiffes ist es, dass gezielt einzelne Baumkronen angefahren und hieraus Insekten und Spinnentiere gefangen werden können. Damit ist es erstmals möglich, die Lebensgemeinschaften in den obersten Baumkronenschichten verschiedener Baumarten miteinander zu vergleichen.

Nach den im vergangenen Jahr gewonnenen, laut Dr. Floren sehr vielversprechenden Erfahrungen soll das Luftschiff im Sommer nun für wissenschaftliche Untersuchungen eingesetzt werden. Vorgesehen ist ein Gebiet im Steigerwald bei Würzburg, wo die Untersuchungen vom 12. bis 16. Juli stattfinden werden. Ein zweiter Einsatz ist vom 15. bis 20. August im Kaiserauwald bei Melsungen in Hessen geplant.

Neben dem 40 Meter langen Luftschiff, das mitsamt Pilot von den Adler-Bekleidungswerken zur Verfügung gestellt wird, sollen weitere Methoden zum Einsatz kommen, um die Insekten- und Spinnentiergemeinschaften einzelner Bäume möglichst vollständig zu erfassen. Obwohl das Luftschiff nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht, bildet es nach Darstellung von Dr. Floren doch eine ideale Ergänzung zu den anderen Untersuchungen, mit denen die Würzburger Ökologen bislang einmalige Daten zur Struktur, Zusammensetzung und Dynamik der Insektengemeinschaften in den Baumkronen gewonnen haben.

Hinweis für Redaktionen:

Anlässlich dieser Forschungsarbeiten sind Sie von Dr. Floren herzlich zu einem Besuch vor Ort eingeladen! Dr. Floren bietet zudem an, Journalisten bei einer Fahrt im Luftschiff mitzunehmen - dies natürlich nur in dem Rahmen, den die Raumverhältnisse in der Zeppelin-Gondel vorgeben. Falls Sie daran interessiert sind, setzen Sie sich bitte unbedingt schon jetzt mit Dr. Floren in Verbindung, denn er ist in Würzburg nur noch bis 28. Mai zu erreichen und dann erst wieder ab 5. Juli: Telefon (0931) 888-4376, Fax (0931) 888-4352, E-Mail:

floren@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Informationen über die Arbeit des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie finden Sie auch im Internet:
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