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Studiengänge bereiten nur unbefriedigend auf den Arbeitsmarkt vor

08.08.2002 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Gütersloh, 8. August 2002. Die Studierenden fast aller Fachbereiche stellen ihren Studiengängen für die Vermittlung berufsrelevanter Qualifikationen ein schlechtes Zeugnis aus. Dies zeigt das Hochschulranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Schlusslicht auf einer Notenskala von 1 bis 6 ist die Anglistik mit 3,8. Aber auch Erziehungswissenschaften, Geschichte, Jura oder Politikwissenschaft kommen über eine 3,7 nicht hinaus. Gerade noch gute Noten erhalten Wirtschaftsingenieurwesen (2,4) und Wirtschaftsinformatik (2,5). Aber auch hier wird der Arbeitsmarktbezug schlechter beurteilt als das Studium insgesamt. "Die Angebote der Hochschulen kommen den Bedürfnissen der Studierenden an dieser Stelle nicht nach", interpretiert Gero Federkeil vom CHE die Daten.

Die Unterstützung der Studierenden beim Übergang in den Beruf werde von vielen Universitäten nicht als Aufgabe erkannt, meint Federkeil. Dies zeige sich auch an anderer Stelle: Anders als in den USA oder anderen angelsächsischen Ländern, wo so genannte "Career Center" Tradition haben, bieten deutsche Universitäten diesen Service kaum an. Während beispielsweise an der Universität Oxford im "Career Center" 30 feste Mitarbeiter Absolventen beraten und vermitteln, stehen an deutschen Universitäten im Durchschnitt 1,1 Stellen zur Verfügung. Lediglich fünf Universitäten gaben bei einer Sonderbefragung an, dass sie dafür drei oder mehr Arbeitsplätze eingerichtet haben. Bei den staatlichen Universitäten steht die TU Dresden mit sechs Stellen an der Spitze.

"Auch die jährlichen Budgets der Universitäten für "Career Center" - durchschnittlich 45.000 Euro im Jahr - zeigen, dass die Aufgabe von den Universitäten stiefmütterlich be-handelt wird", sagt Federkeil. Am meisten lässt sich die Ludwigs-Maximilian-Universität München den Service kosten: 378.000 Euro im Jahr. In vielen Fällen fehle es aber nicht nur an Ressourcen, sondern auch an Kontinuität. Die Untersuchung ergab, dass mehr als 40 Prozent der Arbeitsämter, die Angebote für Studierende machen, ABM-Kräfte in den Career Centern der Hochschulen finanzieren. Dort hängt die Kontinuität der Angebote dann davon ab, ob die Arbeitsämter die Stellen weiter fördern.

Rückfragen an: Gero Federkeil, Telefon: 0 52 41 / 97 61 30
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