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Zukunft des Wattenmeers auf Sand gebaut?

25.05.1999 - (idw) Forschungszentrum Ozeanränder

Vom 26. bis 28. Mai treffen sich 250 überwiegend deutschsprachige Sedimentologen zur "SEDIMENT 99" in Bremen. Im umfangreichen Vortragsprogramm geht es unter anderem um die Zukunft des Wattenmeers an der Nordseeküste. Neue Untersuchungen zeigen, daß bei weiter ansteigendem Meeresspiegel sowohl friesische Inseln als auch das im Schutz der Inseln liegende Wattenmeer von Abtragungen bedroht sind.

Wind und Wellen nagen seit Jahren an den deutschen Nordseeinseln. Allein die Sturmfluten des letzten Winters spülten Hunderttausende Kubikmeter Sand von den Stränden ins Meer. Auch das im Schutz der Inseln liegende Wattenmeer leidet an Auszehrung. Unter anderem erodieren ökologisch wertvolle Schlickflächen. "Mit dem steigenden Meeresspiegel der letzten Jahrtausende konnten sich Küstenlinie und Ostfriesische Inseln kilometerweit südwärts verlagern," sagt Prof. Burkhardt Flemming vom Forschungsinstitut Senckenberg Wilhelmshaven. "Deichbau und Inselbefestigung haben diese natürliche Dynamik unterbrochen und gefährden langfristig die Existenz des Wattenmeers."

Meeresspiegelanstieg und Ablagerungsgeschehen - das ist nur eins von vielen Themen, die auf der vom 26. bis 28. Mai in Bremen stattfindenden Tagung SEDIMENT `99 diskutiert werden. Veranstaltet wird das Treffen von der Universität, dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven sowie der Abteilung Meeresforschung des Senckenberg-Instituts Wilhelmshaven. Es stellt vor allem für junge deutsche Nachwuchswissenschaftler eine Infobörse dar, um neue Forschungsergebnisse zu diskutieren. Gemeinsamer Nenner ist die Frage, welche Informationen über Gegenwart und Vergangenheit der Erde aus Land- und Meeressedimenten herausgelesen werden können. So diskutieren die 250 teilnehmenden Wissenschaftler u.a. darüber, wie vor einhundert Millionen Jahren erdölhaltige Ablagerungen im zentralen Atlantik entstanden und wie sich der Asche- und Staubregen nach dem Ausbruch des Toba-Vulkans auf Sumatra vor 73.000 Jahren auf das damalige Klima auswirkte.

Exkursionen u.a. in das Wattenmeer und auf die Insel Spiekeroog runden das vielfältige Tagungsprogramm ab.
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