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Jan Philipp Reemtsma: Mercatorprofessor 1999/2000

25.05.1999 - (idw) Gerhard-Mercator-Universität Duisburg (bis 31.12.2002)

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma wird im kommenden Wintersemester die Mercatorprofessur an der Mercator-Universität Duisburg übernehmen. Die Termine stehen jetzt fest: Prof. Reemtsma liest am 2. und 23. November sowie am 11. Januar 2000 im Audimax der Universität.

Die Mercator-Professur wurde 1997 aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens der Mercator-Universität eingerichtet. Die ersten Inhaber waren Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher und der Schriftsteller Siegfried Lenz.

Mercator-Professur

Im Sinne des Namensgebers Gerhard Mercator - der bedeutende Geograph und Universalgelehrte wirkte von 1552 bis 1594 in Duisburg - wird mit dem Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma (46) eine renommierte Persönlichkeit für die Mercator-Professur gewonnen, die sich in Leben und Werk weltoffen mit grundlegenden Problemen und Fragen der Menschen exemplarisch auseinandersetzt und Antworten findet, die weit über ihre Zeit hinausgreifen.

In seinen Duisburger Mercator-Vorlesungen wird sich Prof. Reemtsma mit geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Themenstellungen befassen: "Was heißt eine Metapher verstehen?" (2.11.), "Zum Verhältnis von Macht und Gewalt" (23.11.) sowie "Gedanken zu einer Theorie der Moral nach Todorov und Luhmann" (11.1.2000).

Gründer der Arno Schmidt Stiftung

Reemtsma entstammt einer vermögenden Hamburger Unternehmerfamilie. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie mit dem Abschluß Promotion. 1981 gründete Reemtsma die "Arno Schmidt Stiftung", die die Werke des bekannten deutschen Schriftstellers herausgibt und dessen Nachlaß erschließt.

Zu Reemtsmas Aufgaben als Vorstand und Leiter der Stiftung zählen u.a. die Konzeption der Werkausgabe, die Durchführung einzelner Editionen und die Planung von Tagungen.

Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Weithin beachtete Anerkennung erwarb sich Reemtsma ebenfalls mit der Stiftung des "Hamburger Instituts für Sozialforschung", das u.a. über die Rolle der Gewalt im Prozeß der Zivilisation forscht. Ein Projekt war die Wanderausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944", mit denen sich das Institut fünfzig Jahre nach Kriegsende am Gedenkjahr 1995 beteiligte.

1996: Entführung und Geiselhaft

Nach wie vor in Erinnerung ist die spektakuläre Entführung und 33-tägige Geiselhaft Reemtsmas vor drei Jahren, die auch aufgrund seiner präzisen Angaben aufgeklärt werden konnte. Im Januar 1997 erschien Reemtsmas Bericht über die Entführung in Buchform ("Im Keller"), das laut Spiegel "Analyse und Selbstanalyse eines Intellektuellen bietet, der am eigenen Leibe zu spüren bekommt, was ihm bisher bloß in der Theorie ein Thema war."

Werke u.a.:
- Als Herausgeber: Folter. Zur Analyse eines Herrschaftsmittels
- U.a. Falun. Reden und Aufsätze
- Das Buch vom Ich.
Christoph Martin Wielands "Aristipp und einige seiner Artgenossen"
- Mehr als ein Champion. Über den Stil des Boxers Muhammad Ali
- Der Vorgang des Ertaubens nach dem Urknall.
Zehn Reden und Aufsätze
- Mord am Strand. Allianzen von Zivilisation und Barbarei.
Aufsätze und Reden
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