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Universität legt Forschungsbericht vor

08.08.2002 - (idw) Universität zu Köln

"Nachdem der von der Landesregierung eingesetzte internationale Expertenrat im vergangenen Jahr die Universität zu Köln als forschungsstarke, interdisziplinäre und international operierende Hochschule bezeichnet hat, bestätigt der jetzt vorliegende Forschungsbericht der Universität für die Jahre 2000 und 2001 erneut die Berechtigung dieses Urteils. Auf über 1.100 Seiten werden insgesamt 2.733 Projekte vorgestellt, die sich in ca. 10.400 Veröffentlichungen niedergeschlagen haben. Der Forschungsbericht macht auch deutlich, daß die Grundlagenforschung weiterhin an der Universität zu Köln ihren gebührenden Stellenwert einnimmt, wobei aber auch aktuelle Fragestellungen bzw. Probleme Berücksichtigung finden". Diese Erklärung gab Professor Dr. Thomas Krieg, Prorektor der Universität zu Köln, auf der heutigen Pressekonferenz ab, die der Präsentation des Forschungsberichts gewidmet war.

Forschungsstark, interdisziplinär und international
Universität legt Forschungsbericht vor

"Nachdem der von der Landesregierung eingesetzte internationale Expertenrat im vergangenen Jahr die Universität zu Köln als forschungsstarke, interdisziplinäre und international operierende Hochschule bezeichnet hat, bestätigt der jetzt vorliegende Forschungsbericht der Universität für die Jahre 2000 und 2001 erneut die Berechtigung dieses Urteils. Auf über 1.100 Seiten werden insgesamt 2.733 Projekte vorgestellt, die sich in ca. 10.400 Veröffentlichungen niedergeschlagen haben. Der Forschungsbericht macht auch deutlich, daß die Grundlagenforschung weiterhin an der Universität zu Köln ihren gebührenden Stellenwert einnimmt, wobei aber auch aktuelle Fragestellungen bzw. Probleme Berücksichtigung finden". Diese Erklärung gab Professor Dr. Thomas Krieg, Prorektor der Universität zu Köln, auf der heutigen Pressekonferenz ab, die der Präsentation des Forschungsberichts gewidmet war.

Professor Krieg wies darauf hin, daß in den vergangenen beiden Jahren an der Universität zu Köln zwei neue Sonderforschungsbereiche eingerichtet werden konnten. Bei dem einen Sonderforschungsbereich geht es um die Entdeckung noch unbekannter Moleküle im Weltraum, wodurch sich Erkenntnisse über die Entstehungsprozesse von Sternen und Galaxien gewinnen lassen. Der andere Sonderforschungsbereich ist der Festlegung von Zellverbänden und Zelltypspezifizierungen gewidmet, um dadurch ontogenetische Vorgänge bei Tieren und Pflanzen genauer untersuchen zu können. Der Sonderforschungsbereich "Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika" wurde im vergangenen Jahr um weitere drei Jahre verlängert. Insgesamt sind an der Universität zu Köln sieben Sonderforschungsbereiche etabliert. Besonders erfreut ist die Universität - so Professor Krieg - auch über die Einrichtung der Graduate School für Nachwuchsforschung auf dem Gebiet der molekulargenetischen Grundlagenforschung, die mit Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung im vergangenen Wintersemester ihren Betrieb aufnahm. Nachwuchsforschern soll hierdurch in kleinen Gruppen schnell und unter optimalen Bedingungen die Promotion ermöglicht werden.

Die Forschungsstärke der Universität zu Köln drückt sich - so Professor Krieg - auch in zahlreichen Preisen aus, die Wissenschaftler der Universität Köln erhalten haben. Ein paar Bespiele: Mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis wurden im vergangenen September Professor Dr. Joachim Schultze von der Klinik I für Innere Medizin und Dr. Manuel Koch vom Institut für Biochemie II ausgezeichnet, die auf diese Weise von ihren Forschungsstätten in den USA nach Köln geholt werden konnten. Der Preis ist mit jeweils 1,5 Millionen Euro dotiert. Professor Dr. Wilhelm Krone, Direktor der Klinik II und Poliklinik für Innere Medizin, wurde im vergangenen November für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Biochemie, Klinik und Therapie der Störungen des Lebitstoffwechsels und der Arteriosklerose mit dem mit 100.000 DM dotierten "Lingen-Preis" ausgezeichnet. Erst kürzlich wurden zwei Wissenschaftler vom Institut Physikalische Chemie zusammen mit Wissenschaftlern des Forschugszentrums Jülich mit dem Erwin-Schrödinger-Preis ausgezeichnet. Sie haben ein Polymer gefunden, mit dem die Steigerung der Effizienz von Waschmitteln auf das Fünffache gesteigert wird, was nicht nur eine erhebliche Effizienzsteigerung, sondern auch deutliche Schonung der Umwelt zur Folge hat.

Für die Zukunft hat sich die Universität im Rahmen der mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorgesehenen Zielvereinbarungen den Aufbau weiterer Zentren vorgenommen. Dazu gehört ein "Zentrum für Genomforschung zur Erforschung multifaktorieller Krankheiten", mit dem die Universität der Bedeutung der Molekularen Genetik für die Medizin der Zukunft besonderen Nachdruck verleihen möchte. Das ebenfalls projektierte "Zentrum für empirische Sozialforschung" soll ein international sichtbares Kompetenzzentrum für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung mit entsprechender Infrastruktur werden. Wichtig für die größte Lehrerausbildungsstätte des Landes Nordrhein-Westfalen ist der geplante Aufbau eines "Pädagogischen Zentrums".

Wie in den früheren Jahren nimmt die Universität die Vorlage des Forschungsberichtes zum Anlaß, ein Forschungsgebiet besonders herauszustellen. In diesem Jahr sollen es - so Professor Krieg - die Medienwissenschaften sein, da im Rahmen der mit der Landesregierung vereinbarten Zielvereinbarung auch die Errichtung eines "Zentrums für Medien und Medienwissenschaft" vorgesehenen ist, mit dem die Universität dem Medienstandort Köln Rechnung tragen will. Die Ziele dieses Zentrums sind vor allem der weitere Ausbau der inner- und transfakultären Zusammenarbeit im Bereich von Forschung und Lehre.

Mit den Medien befassen sich bereits jetzt zahlreiche Institute der Universität. So untersucht das Forschungsinstitut für Soziologie Kompetenzprofile der Onlinenutzung wobei Nutzertypologie und Kriterien für die Nutzungseffizienz entwickelt wurden. Ein weiteres Forschungsprojekt durchleuchtet am Beispiel der WDR-Sendung "Kulturszene" die Programmqualität von Kultursendungen im Fernsehen. Das Romanische Seminar geht der Frage nach, welche Bilder der technischen Medien sich in modernen französischen Romanen, vor allen in Werken Balzacs, Prousts und Simons finden. Am Institut für Afrikanistik wird im Rahmen des Projektes "Kassettenkultur und Trauervideos in Ghana und Nigeria" untersucht, wie in Afrika technische und kulturelle Medien interagieren und neue kulturelle Veränderungen hervorbringen. Mit kommunikativen Erscheinungsformen und individuellen Erlebnisweisen im Rahmen computervermittelter Interaktionsprozesse sowie mit der Mensch-Technik-Interaktion in der Wissensgesellschaft befaßt sich das Psychologische Institut.

Auch in den Wirtschaftswissenschaften spielt die Medienforschung eine große Rolle. So analysiert das Institut Rundfunkökonomie die Erfolgsbedingungen für die Medienpräsenz von unterrepräsentierten Sportarten, nachdem sich der zunehmende Wettbewerb um Sportrechte bisher vornehmlich auf etablierte Sportarten konzentriert hat. In einem weiteren Projekt prüft das Institut für Rundfunkökonomie, welche Maßnahmen der Gesetzgeber ergreifen muß, um freie öffentliche Kommunikation auch bei einer Ersetzung bzw. Ergänzung des Rundfunks durch neue Kommunikationsdienste wie zum Beispiel Online-Dienste gewährleisten kann. Desweiteren untersucht das Institut für Rundfunkökonomie die in den verschiedenen Staaten vorhandenen Rundfunksysteme im Hinblick auf ihre privatwirtschaftlichen und staatlichen Anteile. Dabei zeigt sich, daß die privatwirtschaftlich bereitgestellten Rundfunkprogramme weltweit in der Tendenz an Bedeutung gewinnen. Der Einfluß von E-Commerce auf den Handel in Deutschland und welche zukünftigen Entwicklungen hier zu erwarten sind, ist Gegenstand eines Forschungsprojektes am Institut für Handelsforschung. Überprüft wird in einem weiteren Projekt auch, welche Bedeutung das Internetshopping für die Zielgruppe der Internet-Nutzer hat bzw. warum sich Internet-Nutzer in bestimmten Situationen für oder gegen das Internetshopping entscheiden. Auch wird im Institut für Handelsforschung untersucht, welche Bedeutung das Internet in den einzelnen Handelsbranchen und ausgewählten Dienstleistungsbereichen einnimmt.

In der Rechtswissenschaftlichen Fakultät wird ebenfalls Medienforschung betrieben. Zu den Fragestellungen, die beispielsweise am Institut für Rundfunkrecht behandelt werden, zählen "Rechtsprobleme der Werbung in den Medien", die "Regulierung und Deregulierung in der dualen Rundfunkordnung", "Rundfunkfreiheit und rechtliche Ordnungsrahmen für den Rundfunk", "Marktmacht und Konzentrationskontrolle auf dem Fernsehmarkt". Im Kriminalwissenschaftlichen Institut wird der Frage nachgegangen, inwieweit strafprozessuale Verfahrensregeln in Kriminalfilmen und Justizshows im Fernsehen Beachtung finden und wie sich darauf basierend das Rechtsbewußtsein der Bevölkerung bildet.

Aber auch aktuelle Ereignisse wie das Zugunglück von Brühl Ende 2000 sowie der Bundeswehreinsatz im ehemaligen Jugoslawien bzw. in Afghanistan fließen - so Professor Krieg - in die Forschung der Universität ein. So untersucht das Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie in Kooperation mit dem Bundesministerium der Verteidigung die Prävention und Behandlung von Psychotraumen. In Kooperation mit der Deutschen Bahn AG entwickelt das Institut Konzepte für die Versorgung von Opfern von Großschadensereignissen wie dem Zugunglück in Brühl und dem in Eschedde im Jahre 1998. Das Institut für Psychosomatik und Psychotherapie geht der Frage nach, welchen posttraumatischen Belastungsstörungen Lokomotivführer nach Unfällen mit Personenschäden ausgesetzt sind.

Die Universität selbst - so Professor Krieg - ist ebenfalls Gegenstand von Forschungsarbeiten in verschiedenen Seminaren bzw. Instituten. So untersucht das Wirtschaftspolitische Seminar die Rolle der "Universitäten als Anbieter von Weiterbildung". Im Genetischen Institut wird der Frage nachgegangen, welche Rolle die Biochemie und Chemie im Nationalsozialismus gespielt haben. Im Institut für Gesundheitsökonomie stehen die Leistungen der Hochschulambulanzen in Versorgung, Lehre und Forschung auf dem Prüfstand. Die ärztliche Ausbildung im 19. und 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum ist Gegenstand eines Forschungsprojektes im Institut für Geschichte der Medizin. "Unternehmungsgründungen aus Kölner Hochschulen", die "Organisation der Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses" sowie die "Publikationsindikatoren und die Stabilität wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriftenrankings" wird im Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaftslehre getestet.

Forschung findet ihren Niederschlag in Publikationen. So wurden in den Jahren 2000 und 2001 an der Universität zu Köln 10.398 Bücher, Aufsätze und Artikel veröffentlicht. Wie in den früheren Jahren wurden die meisten Publikationen (3.254) an der Medizinischen Fakultät erstellt, gefolgt von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät mit 2.462 Veröffentlichungen. Auch bei der Zahl der Forschungsprojekte nahm die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (753) nach der Medizinischen Fakultät (871) den zweiten Platz ein.

Wie in Vorjahren kann der gedruckt vorliegende Forschungsbericht auch als PDF-Datei unter der Adresse http://www.uni-koeln.de/organe/presse/forschungsbericht/ eingesehen und heruntergeladen werden.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

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