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Halbleiter im "Femto-Fenster"

02.06.1999 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Im Berliner Max-Born-Institut (MBI) wird die ultraschnelle Dynamik in Halbleitern immer schärfer abgebildet/Neues Phänomen entdeckt/Carl-Ramsauer-Preis 1999 für Markus Joschko

Markus Joschko, Doktorand am Berliner Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), wird am 2. Juni mit dem diesjährigen Carl-Ramsauer-Preis ausgezeichnet. Er erhält den Preis für seine Dissertation "Ultraschnelle Dynamik von kohärenten Intervalenzbandpolarisationen in GaAs" (Bereich Prof. Thomas Elsässer). Aufgrund seiner Arbeit können Transportphänomene in Halbleitern auf der Femtosekunden-Zeitskala (1 fs = 10-15 sec) jetzt noch schärfer abgebildet und damit besser verstanden werden.

Der mit 10 000 Mark dotierte Carl-Ramsauer-Preis wird von der Telefunken microelektronik GmbH (TEMIC), dem Automobil-Elektronik-Spezialisten im DaimlerChrysler-Unternehmen, finanziert und betreut. Er wird jährlich an Nachwuchswissenschaftler der drei Berliner Universitäten für herausragende Dissertationen in Physik, Elektrotechnik und verwandten Gebieten vergeben.

Markus Joschko konnte in seiner Dissertation erstmals experimentell zeigen, daß nach einer ultraschnellen Anregung von freien Elektron-Loch-Paaren in einem Halbleiter ein innerer Freiheitsgrad der Löcher zum Vorschein kommt, dessen ultraschelle Dynamik er in seiner Arbeit untersucht und beschrieben hat. Die Erzeugung von Löchern mit einem Lichtimpuls von nur 20 Femtosekunden Dauer führt zu einer kohärenten Überlagerung von quantenmechanischen Zuständen des leichten und schweren Lochbandes, welche auf einer Zeitskala von bis zu 200 fs erhalten bleibt. Dieses Phänomen ist neu und spielt eine bedeutende Rolle bei der Auswertung von zeitaufgelösten Anreg-Abtast-Experimenten zur Ladungstraegerdynmaik auf der Femtosekunden-Zeitskala.
Aus Anwendungssicht ist das Forschungsergebnis u. a. interessant, um der Realisierung des viel diskutierten "Quantencomputers" ein Stück näher zu kommen. Die Quantenkohärenz der Materie ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Kontakt: Max-Born-Institut Berlin, Tel.030/6392 1470; http://www.mbi-berlin.de


Die weiteren Carl-Ramsauer-Preisträger 1999 sind:

FU Berlin: Dr. Julius Hohlfeld, "Ultrafast Electron-, Lattice- and Spin-Dynamics in Metals Investigated by Linear and Nonlinear Optical Techniques"
Dr. Detlev Stalling, "Fast Texture-Based Algorithms for Fielde Visualization"

TU Berlin: Dr. Te-Won Lee "Independent Component Analysis: Theory and Applications"
Dr. Stephan Zech "Pulsed and Transient Electron Paramagnetic Resonance Spectroscopy on Light- Induced Radical Pairs in Photosynthetic Reaction Centers"

HU Berlin: Dr. Johannes G. Winter "Halbsandwich-Germyl-Komplexe der VI. Nebengruppe"
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