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RETINA: Intranet für die Fakultät für Elektrotechnik

02.06.1999 - (idw) Universität Dortmund

Zum Wintersemester 1999/2000 richtet die Fakultät für Elektrotechnik an der Universität Dortmund "RETINA", den zentralen Fakultätsserver für ein verteiltes, intranetbasiertes Computer-Netzwerk, ein.

Tatkräftig unterstützt wird die Fakultät dabei durch ihre Industriepartner NOKIA und Siemens. Der Fakultätsserver dient als übergreifendes Kommunikationsmedium zwischen den 15 verschiedenen, auf dem Campus verteilten Lehrstühlen beziehungsweise Abteilungen der Fakultät. Er verwaltet ein Intranet, dessen Datenbestände und Dienstleistungen auf die besonderen Belange der Studierenden zugeschnitten sind.

Retina (lat. f. Netz) ist ein Fachbegriff aus der Biologie - dort beschreibt er die Netzhaut des Auges mit ihren Sensoren und Vernetzungen. Dieses Netzwerk von Rezeptoren und verknüpften Neuronen ist physiologisch betrachtet ein gehirnnahes Gewebe. Es führt eine dezentrale intelligente Verarbeitung aus und ist über die zahlreichen Fasern des optischen Nervs mit dem Sehzentrum im Gehirn verbunden.

Analog hierzu ist auch das Dortmunder Netzwerk mit dezentralen Computer-Stationen ausgestattet. Mit Hilfe des Fakultätsservers haben diese Stationen ihrerseits Zugang zu dem zentralen Informationsangebot. Im menschlichen Auge ermöglicht die Retina die Wahrnehmung durch Sehen. Mit RETINA will die Fakultät für Elektrotechnik ihren Studierenden im übertragenen Sinne ebenfalls das "Sehen" ermöglichen: nämlich das Sehen wissenschaftlicher Sachverhalte und Zusammenhänge für ein besseres Verständnis der Welt und der Technik.

Mit RETINA wird vom ersten Semester an ein studienbegleitender Rechnerzugang für alle Elektrotechnik-Studierenden angeboten, der mit attraktiven Informations- und Kommunikationsdiensten gekoppelt ist. RETINA, der zentrale Fakultätsserver für das Intranet der Elektrotechnik, wird unter Nutzung der vorhandenen Rechner und Pools der über den Campus verteilten Elektrotechnik-Lehreinheiten sowie des vom Hochschul-Rechenzentrum angebotenen Backbone-Netzes eingerichtet.


Das Ergebnis: ein außergewöhnliches Serviceangebot
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Der Anwender erhält ein homogenes Erscheinungsbild und damit eine optimierte Arbeitsumgebung, deren Personalisierung unabhängig von lehrstuhl- und arbeitsgebietsspezifischen Gegebenheiten möglich wird. Die Einarbeitung in das System und dessen Nutzung wird damit wesentlich erleichtert.

RETINA soll die Arbeitsbedingungen der Studierenden entscheidend verbessern, indem es kontinuierlich die neuesten Informationen aus Studium, Lehre und Forschung zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wird in Kooperation mit der Aktion Uni@home der Universität Dortmund die Nutzung fakultätseigener Einwahldienste möglich sein.

Zusätzlich kann für den einzelnen Studierenden ein wachsender persönlicher Daten-bestand gepflegt werden, der z.B. die Inhalte und Ergebnisse interaktiver Lehrangebote enthält.

Mit der Vereinfachung des Zugriffs auf wichtige Informationen und einem reibungsloseren Informationsfluß wird der zunehmend komplexeren Situation im hochtechnisierten Bereich Rechnung getragen.

RETINA ermöglicht es, ohne Beschränkung der Wahl der Betriebssysteme mit einer zentralen Benutzerverwaltung veranstaltungsbezogene Teilgruppen zu bilden. Mit einem zentralen, erweiterbaren Dateisystem, das zudem hohe Ausfall-Sicherheit bietet, können gleichzeitig zentrale Modem-Zugänge und der Back-Up-Service des Hochschulrechenzentrums eingebunden werden, so daß auch ein Einwählen von zuhause aus möglich ist. Die Verwaltung der bislang heterogenen Netzwerkstrukturen wird hierdurch in besonderer Weise vereinfacht.


Einsatz in der Lehre und für studentische Initiativen
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Von besonderer Bedeutung ist dieser neue Service vor allem auch durch die Entwicklung unterstützender Lehrmodule, die unmittelbar in Veranstaltungen des Grund- wie auch des Hauptstudiums eingesetzt werden. Diese Lehrmodule sollen Lehrstoffrepetitorien, Experiment-Simulatoren mit interaktiver Parametereinstellung ("learning by doing") und Testübungen mit anonymer oder offener Ergebnis-Sendung für eine frühzeitige Lehrerfolgskontrolle ermöglichen.

Aus der Sicht der Lehrenden vereinfacht sich zum einen die Auswertung des Feedbacks zu ihren Veranstaltungen. Zum anderen ergeben sich damit neue Möglichkeiten zur schnellen Anpassung des Vorlesungsstoffes an aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technik. Durch den Einsatz des neuen Mediums ist hierbei eine Entlastung nicht nur für die Fächer des Haupt-, sondern ganz besonders auch für die stark besuchten Veranstaltungen des Grundstudiums zu erwarten. Gleichzeitig kann durch die effiziente Nutzung des fakultätseigenen Intranets dennoch eine individuelle Betreuung der Studierenden gewährleistet werden.

Ein anderer wichtiger Bereich ist die Entwicklung studentischer Aktivitäten: beispielsweise in Form verteilt arbeitender Projektgruppen und netzbasierter Teamarbeit, die den Studierenden eine frühzeitige teamorientierte Projekterfahrung unter Nutzung moderner Kommunikationsmethoden vermittelt - für ein umfassendes Verständnis der technischen Entwicklungen, aber auch für Management und Controlling.


Ausbildungsziele
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Das Intranet bietet den Studierenden einen Raum für die Entfaltung kreativer Aktivitäten: z. B. mit einer virtuellen Bibliothek für aktuelle fakultätsbezogene Literatur, mit Skripten, Übungen- und Fragesammlungen, Querverweisen zu den Einrichtungen, die allgemeine Literatur anbieten (Hochschulbibliothek etc.) sowie zu relevanten Informationen im Internet.

Der Umgang mit dem neuen System bietet den Studierenden neue und kreative Möglichkeiten der Wissenserweiterung - insbesondere auf dem Gebiet der Informationstechnik und der netzwerkbasierten Datenverarbeitung. Eine offene Struktur soll hierbei auch das Mitwirken der Studierenden an der Organisation, dem Aufbau und der langfristigen Implementierung von Dienstleistungen sicherstellen.

Ausführliche Gespräche mit Partnern aus der Industrie haben gezeigt: Das RETINA-Projekt trägt dazu bei, daß sich die Studenten mit den neuen Medien beschäftigen und identifizieren. Damit wird den steigenden Anforderungen der Informationstechnologie entsprochen.

Es entsteht ein "heißer Draht" zwischen Studierenden und Lehrenden, der dem Austausch, dem Erkennen und Lösen wechselseitiger Probleme dient. Anlaufinformationen z. B. für Austauschstudierende können auf einfache Weise jederzeit gegeben werden, die Möglichkeit anonymer Hilfestellung reduziert die Hemmschwelle bei den Studenten


Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
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Nachdem in der ersten Hälfte der neunziger Jahre die Anzahl der offenen Stellen rückläufig war, hat sich das Bild in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen deutlich geändert.

Gerade für den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien stellten leitende Manager eine erhebliche Lücke zwischen dem Bedarf und dem Angebot an Absolventinnen und Absolventen fest: Rund 20.000 Stellen (Ingenieure und Informatiker) können zur Zeit nicht besetzt werden.

Dieser fehlende Nachwuchs in der Informationstechnik ist auch volkswirtschaftlich ein großes Manko. Nicht zuletzt deshalb engagieren sich die Unternehmen Nokia und Siemens gemeinsam mit der Fakultät für Elektrotechnik in ganz erheblichem Maße für eine gezielte, nachwuchsfördernde Einrichtung. So soll mit dem neuen Fakultätsserver RETINA die Studiensituation entscheidend verbessert und die Attraktivität der entsprechenden Studienfächer gleichzeitig erheblich gesteigert werden.

Im Interesse der Studierenden und der beteiligten Sponsoren wird beim Aufrufen des Fakultätsservers stets eine Verbindung zu den beteiligten Informationssystemen der Unternehmen mit ihren vielfältigen Informationen für Studierende hergestellt. Dies unterstreicht einmal mehr die fruchtbare Kooperation zwischen der Fakultät und der Industrie - für eine optimale Ausbildung des Ingenieur-Nachwuchses im Zeitalter der Informationstechnik.


Ansprechpartner der Fakultät für Elektrotechnik
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Prof. Dr.-Ing. Hartmut Schröder
Universität Dortmund
Dekan der Fakultät für Elektrotechnik
44221 Dortmund
Tel. 0231-755 3190/2022
Fax 0231-755 2051
e-mail:sc@nt.e-technik.uni-dortmund.de

Für Fragen der technischen Gestaltung:

Prof. Dr.-Ing. Uwe Schwiegelshohn
Universität Dortmund
Lehrstuhl für Datenverarbeitungssysteme
44221 Dortmund
Tel. 0231-755 2634
Fax 0231-755 3251
e-mail: uwe@ds.e-technik.uni-dortmund.de
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