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Rektorat beschließt Innovationsreserve für Forschung und Lehre

02.06.1999 - (idw) Universität Dortmund

Die Strukturplanung an der Universität Dortmund schreitet voran: Das Rektorat hat die Vorschläge der Beraterkommission zur Umsetzung des "Qualitätspaktes" am Mittwoch (02.06.99) in die hochschulweite Diskussion gegeben. Die Fachbereiche und Fakultäten müssen nun in den kom-menden Wochen zu Kürzungs-vorgaben, aber auch zu Fragen nach dem Profil der Fächer im Gesamtkontext der Universität und Empfehlungen der Expertenkommission Stellung nehmen.

Nach einem von Wissenschaftsministerin Gabriele Behler "Qualitätspakt" genannten Erlass der Landesregierung sollen an den NRW-Hochschulen in den nächsten zehn Jahren 2000 Stellen gestrichen werden - allein 166 davon an der Universität Dort-mund. In der ersten Planungsphase zur Umsetzung dieser Sparvorgabe hat Rektor Professor Dr. Albert Klein ein Expertengremium eingesetzt, das aus internen und externen Fachleuten bestand und fachlich durch den ehemaligen Präsidenten der Freien Universität Berlin, Professor Dr. Johannes W. Gerlach, moderiert wurde.

"Dem Beratergremium ist ein Vorschlag gelungen," so Rektor Professor Klein, "den Einsparzwang wieder in eine wirkliche Zukunftsplanung zu wenden." Über die 166 an das Land abzugebenden Stellen hinaus soll nämlich eine Innovationsreserve aus rund 60 weiteren Stel-len gebildet wer-den, um neuartige Studienprogramme einzurichten und zukunfts-wei-sende Forschungsgebiete besetzen zu können. Ideen und Konzepte dazu müssen nun in den Fachbereichen entwickelt werden.

Der Vorschlag der Beraterrunde, dem das Rektorat seine Zustimmung erteilte, geht nicht von einer linearen Verteilung der Stellenkürzungen über alle Bereiche aus, son-dern setzt Schwerpunkte. Während einzelne kleine Fächer wie Hauswirtschaftswissenschaft, Geographie und Politikwissenschaft in Dortmund nicht mehr durch eigenes Personal vertreten sein sollen, wird in für die gesamte Universität wichtigen und leistungsstarken Fächern wie Philosophie oder Anglistik/Amerikanistik empfohlen, keine Kürzungen vorzunehmen. Dem besonders attraktiven Fachbereich Statistik sollen sogar zusätzliche Stellen für Nachwuchswissenschaftler zugeordnet werden.

Zu einer längeren Unterbrechung der Rektoratssitzung kam es am Vormittag, als eine Gruppe von rund 30 Studenten das Büro von Rektor Klein stürmte. In einer zum Teil energisch geführten Diskussion mit den Rektoratsmitgliedern protestierten sie gegen die Verschlechterung der Studienbedingungen, die durch Stellenstreichungen zu befürchten seien. Die Rektoratsmitglieder unterstrichen, daß sie diese Sorgen teilen, jedoch Adressat des studentischen Protestes nur die Landesregierung und Wissenschaftsministerin Behler sein können. Denn schließlich sei diese trotz des vehementen Protestes aus der Universität und der Region von ihren Kürzungsplänen nicht abgerückt.

Auf Wunsch der Studentenvertreter ist ein für Montag geplantes Hearing mit studentischen Gremienvertretern für alle Studierenden geöffnet worden. Dazu mußte es in den größten Hörsaal, das Audimax auf dem Campus Nord, verlegt. Der Veranstal-tung beginnt am kommenden Montag (07.06.) um 12 Uhr.
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