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Clausthaler Geotechniker besuchen zusammen mit Braunschweiger Bauingenieuren Baustellen in Hamburg

14.06.1999 - (idw) Technische Universität Clausthal

Eine Exkursion zum derzeit weltweit größten Tunnelprojekt im Lockergestein unternahmen Clausthaler Geotechnikstudenten jetzt mit Braunschweiger Studierenden der Bauingenieur-Vertiefungsrichtung Grundbau und Bodenmechanik. Die Kooperation wird in Zukunft ausgebaut.


Die 4. Röhre Elbtunnel, die derzeit der weltweit größte Tunnel im Lockergestein ist, wird mit einer ca. 60 Meter langen, im Durchmesser 14,20 Meter messenden und 2600 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschine erstellt. Photo: Sandra Fahland Eine Exkursion von ganz besonderem Reiz fand nun gemeinsam für Studenten der Studienrichtung Geotechnik der TU Clausthal und der Bauingenieur-Vertiefungsrichtung Grundbau und Bodenmechanik der TU Braunschweig statt. Ziel der Exkursion, die von Dr. -Ing. Jörg Gattermann vom Institut für Grundbau und Bodenmechanik (IGB) der TU Braunschweig organisiert und geleitet wurde, war der Bau der 4. Röhre Elbtunnel im Zuge der A7 sowie der Neubau eines Containerterminals im Hamburger Hafengebiet in Altenwerder. Auf Seiten der TU Clausthal wurde die Exkursion von Professor Dr.-Ing. Herbert Grill sowie Dipl.-Ing. Sandra Fahland vom Institut für Markscheidewesen, Arbeitsgruppe Geoingenieurbau begleitet.
In einem detaillierten Einführungsvortrag durch einen Mitarbeiter des Hamburger Tiefbauamtes wurde den Studenten das notwendige Verständnis für sämtliche technischen, wirtschaftlichen, planerischen und organisatorischen Fragen im Zusammenhang mit dem Bau der 4. Röhre Elbtunnel vermittelt. Die Röhre, die derzeit der weltweit größte Tunnel im Lockergestein ist, wird mit einer ca. 60 Meter langen, im Durchmesser 14,20 Meter messenden und 2600 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschine erstellt. Diese Maschine - getauft auf den Namen TRUDE, für "Tief Runter Unter Die Elbe" - erledigt nicht nur das eigentliche Bohren mit ihrem riesigen Schneidrad aus 111 Messern und 31 Meißeln, sondern auch für die Auskleidungsarbeiten der Tunnelröhre mit Betonfertigteilen hat sie eine entsprechende Vorrichtung. Zur Zeit hat TRUDE ca. 3/5 ihrer insgesamt 2600 m langen Reise zurückgelegt, so daß die Studenten zunächst einen ausgiebigen Fußmarsch durch den bereits erstellten Teil der Röhre zurücklegen mußten, um TRUDE dann aber genaustens unter die Lupe nehmen zu können. Sichtlich beeindruckt von der Dimension der Ingenieurleistung kehrten anschließend alle wieder in den Startschacht am Südufer der Elbe zurück.
Bei der anschließenden Besichtigung der Baustelle in Altenwerder standen dann die Probleme von Gründungen und Fundamentierungen im Vordergrund. Durch den ständig zunehmenden Hafenausbau werden mittlerweile auch an weniger gut geeigneten Stellen Anleger für immer größere Containerschiffe notwendig, die anschließend mit sehr schweren Kränen entladen werden. Dies erfordert in dem weichen und feuchten Elbufer ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von verschiedenen Gründungstechniken. So konnten die Studenten sich ein Bild machen von verschiedenen Spezialtiefbaumaschinen wie Pfahlrammen, Schlitzwandgreifern und Spundwandrüttlern, die dafür sorgen, daß die großen Lasten später bis 50 Meter tief in tragfähigen Baugrund geleitet werden. Auch hier waren die Studenten von der Größenordnung der Bautätigkeit ganz einfach fasziniert.

Für die noch junge Studienrichtung Geotechnik in Clausthal ist diese Kooperation mit dem Institut für Grundbau und Bodenmechanik in Braunschweig, die häufiger auch aktiv an Projekten dieser Art mitwirken, eine willkommene Ergänzung zum Lehrbetrieb. Diese Zusammenarbeit wird zur Zeit noch weiter ausgebaut. So hat Dr.- Ing. Gattermann seit dem laufenden Sommersemester einen Lehrauftrag für die Vorlesung Erd- und Grundbau an der TU Clausthal angenommen.

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