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Mozart, Karl Theodor und die Musik in München

15.06.1999 - (idw) Bayerische Akademie der Wissenschaften

Presse-Info 16/99, 14.06.99
Für Musikinteressierte zugängliches Symposium
Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, vertreten durch ihre Musikhistorische Kommission, veranstaltet in Verbindung mit der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte aus Anlaß des 200. Todesjahres von Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) ein internationales wissenschaftliches Symposium zu dem Thema: "Mozarts 'Idomeneo' und die Musik in München zur Zeit Karl Theodors". Die für Musikinteressierte öffentlich zugängliche Veranstaltung wird vom 7. bis 9. Juli 1999 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften stattfinden (Marstallplatz 8, in der Residenz zu München).

Nach der Übersiedelung des Mannheimer Hofes nach München im Jahre 1778 kamen mit ihm auch große Teile der Mannheimer Hofkapelle, des bedeutendsten Klangkörpers seiner Zeit, in die bayerische Hauptstadt. Die am Hof des Kurfürsten ausgeprägte "Mannheimer Schule" gehört zu den zentralen musikhistorischen Erscheinungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der die sogenannten "Wiener Klassiker", insbesondere Mozart (1756-1791), wesentliche Impulse verdanken. So legte die "Mannheimer Schule" die Basis für das, was man bis heute unter einem Orchester versteht - daß nämlich zu dem bis dahin üblichen Apparat (Streicher, zwei Oboen und zwei Hörner) weitere Bläser, vor allem Klarinetten, hinzukamen. Mozart entdeckte erst dank des Kontaktes mit der "Mannheimer Schule" die für ihn sehr wichtige Klarinette.
Infolge all dessen ist die Mannheimer Zeit dieser Musikergruppe in der Forschung viel beachtet und bereits häufig Gegenstand von Tagungen gewesen. Die Folgezeit aber, also das Weiterwirken der Mannheimer in München (gleichzeitig mit Mozart in Wien) wurde bisher nur wenig untersucht. Von höchstem Interesse ist dabei die stilistische Entwicklung der Mannheimer in München: Hatten sie zunächst den Wiener Klassikern entscheidende Impulse gegeben, so entwickelten sich später beide Gruppen von Musikern in verschiedene Richtungen. Insbesondere nahmen in München wirkende Komponisten wie Christian Cannabich (1731-1798) oder Abbé Vogler (1749-1814) unmittelbaren Einfluß auf frühe Romantiker wie Carl Maria von Weber (1786-1826) und damit letztendlich auf Richard Wagner (1813-1883).
Gleichzeitig jedoch kam auch Mozart am bayerischen Hof zum Zug: die Uraufführung seines "Idomeneo" im Karneval 1781 stellt eines der herausragenden Ereignisse der Epoche in München dar.
Vom 7. bis zum 9. Juli 1999 diskutieren deshalb führende Musikwissenschaftler aus aller Welt die Bedeutung der Mannheimer Musiker in München, ihr Verhältnis zur Wiener Klassik sowie ihre unmittelbare Einflußnahme auf die Romantik.

In Ergänzung zum Tagungsprogramm wird am Samstag, dem 10. Juli 1999, um 20 Uhr in der Allerheiligenhofkirche (Marstallplatz) ein Konzert der Neuen Hofkapelle München (Leitung und Klavier: Christoph Hammer) mit Werken von Komponisten aus dem Umkreis der Münchner Hofkapelle (Cannabich, Danzi, Toeschi und Wendling) stattfinden. Kartenvorverkauf für dieses Konzert bei Hieber, in der Residenzbücherstube und beim zentralen Kartenvorverkauf ab dem 21. Juni 1999. Die Karten kosten zwischen DM 20,- und DM 50,-.

Weitere Informationen zum Konzert sind unter der Telefonnummer 089/93 93 00 71 zu erhalten. Weitere Informationen zum Symposium geben gerne Dr. Stephan Hörner, Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte, Tel. 089/34 99 06, und Dr. Bernhold Schmid, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Tel. 089/230 31 191.
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