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Ein Herz und eine Seele

18.06.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Ehrendoktor der Universität Münster für italienischen Kirchenhistoriker Prof. Dr. Giuseppe Alberigo.

Für seine Verdienste bei der Erforschung der Konziliengeschichte, insbesondere für seine "Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils", ist der italienische Kirchenhistoriker Prof. Dr. Giuseppe Alberigo von der Universität Bologna am Freitag, 18. Juni 1999, in Münster von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität mit der Würde eines Ehrendoktors ausgezeichnet worden.

Der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Udo Fr. Schmälzle, und der münstersche Kirchenhistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt als Laudator würdigten im Rahmen eines Festakts in der Aula des Schlosses zu Münster die internationale Bedeutung des italienischen Wissenschaftlers. Alberigo habe für die Katholische Kirche einen wichtigen Punkt der apostolischen Urverfassung wissenschaftliche bearbeitet und neu ins Bewußtsein gehoben: den Konzilsgedanken "ein Herz und eine Seele". Die Universität Münster ehre in seiner Person den erfolgreichen Erforscher der Konziliengeschichte und den Organisator einer internationalen Gelehrsamkeit, aber auch den Laien, der sein Leben der wissenschaftlichen Theologie in und für die Kirche gewidmet habe. Prof. Angenendt: "Die Fundamente unseres Kirchenbaues, die Grundverfassung mit den Konzilien, hat er neu gesichtet und gesichert. Das darauf aufgeführte Kirchenhaus hat er mitgeöffnet, daß es allen offenstehe."

Giuseppe Alberigo, geboren 1926 in Varese, machte mit 22 Jahren seinen juristischen Doktor an der Universität Mailand. Eine Präzisierung in Richtung auf sein späteres wissenschaftliches Hauptwerk, die Kirchengeschichte und insbesondere die Geschichte der Konzilien, erfolgte während eines zweijährigen Forschungsaufenthaltes bei Prof. Hubert Jedin in Bonn. Hier entstand eine Untersuchung über die italienischen Bischöfe auf dem Trienter Konzil, die ihm den Weg öffnete für eine Professur für Kirchengeschichte in Florenz. Dem Konzilspapst Johannes XXIII. widmete er im Neuen Lexikon für Theologie und Geschichte ein "kleines und doch eindrucksvolles Monument" (Angenendt). Seit 1967 ist Alberigo Professor für Kirchengeschichte an der Universität Bologna und Leiter des renommierten "Istituto per le scienze religiose".

Seit einigen Jahren zieht Prof. Alberigo die Summe seines wissenschaftlichen Lebenswerkes: Im Erscheinen begriffen ist eine breit konzipierte und von einem internationalen Autoren-Team bearbeitete "Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils", dessen erster Band jetzt auch in Deutsch vorliegt. So wie der Name seines deutschen Lehrers Hubert Jedin mit der Geschichte des Konzils von Trient verbunden ist, so Alberigos Name mit dem Zweiten Vatikanum. Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, Prof. Schmälzle, dankte dem italienischen Gelehrten ausdrücklich dafür, daß er seine ganze wissenschaftliche Kraft dafür einsetze, "daß der Geist des Konzils sich nicht verflüchtigt und stillgelegt wird".

In Verbindung mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Alberigo veranstalten die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster und das "Centro per le scienze religiose" am Samstag, 19. Juni, gemeinsam ein deutsch-italienisches Symposium über "Rezeptionsmodelle des II. Vatikanischen Konzils". Den Schlußvortrag hält um 16 Uhr im Festsaal des münsterschen Rathauses der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Karl Lehmann (Mainz).
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