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Gedichte am Hochhaus

21.06.1999 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Gedichteturm auf dem Breiten Weg
Ungewöhnliche Präsentation von Ergebnissen einer Schreibwerkstatt

Daß Gedichte auch anders als in Buchform präsentiert werden können, zeigen derzeit Studierende aus Magdeburg und Köln. Große Buchstaben zieren die Fenster des ehemaligen "Haus des Lehrers" auf dem Breiten Weg. Bei genauerem Hinsehen entdecken die Betrachter Gedichte, englischsprachige Gedichte über Magdeburg, den Dom, Till Eulenspiegel oder die BUGA.
Entstanden sind die "Poems" während einer "Kreativen Schreibwerkstatt". Jeweils acht Studierende der Universität Köln und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg trafen sich für ein Wochenende unter Anleitung ihrer Dozenten Richard Aczel (Köln) und Dr. Jürgen Martini (Magdeburg) zur poetischen Spurensuche. In kleinen Gruppen entdeckten sie die Elbestadt, beobachteten ein Objekt, ein Zeichen, eine Aktivität und die Kommunikation auf dem Alten Markt, der BUGA, um den Dom herum, zwischen den Plattenbauten in Neustadt oder auf der Industriebrache in Rothensee. Nach der Stadtbeobachtungstour trafen sich alle wieder, um das Erlebte und Beobachtete in englischsprachigen Dialogen vorzutragen, Anregungen und Textelemente für die Gedichte zu finden. Dann wieder in kleinen Gruppen wurden in entspannter Atmosphäre im Sraßencafé die Gedichte ersonnen.
Während die Kommilitonen aus Köln nicht das erste Mal zu einer Schreibwerkstatt zusammenkamen, war es für die Magdeburger Studierenden, unter ihnen vor allem Fernstudenten, eine Premiere. Gelernt haben sie an diesem Wochenende nicht nur mit einfachen Worten Gedichte zu schreiben, sondern auch, ihren Studienort neu zu entdecken.
Nach der Phase des kreativen Schaffens wurden die zu Papier gebrachten Worte der Gedichte in einzelne Buchstaben zerlegt, auf große Bögen Papier gedruckt und auf die Fenster des Hochhauses am Breiten Weg verteilt. Die Idee für diese etwas unkonventionelle Art der Publikation brachte der Dozent am Institut für fremdsprachige Philologien der Universität Magdeburg, Dr. Jürgen Martini, aus Großbritannien mit. Ein Kollege hatte dort die Universität Warwick in ein Riesengedicht verwandelt. Durch die "Magdeburger Reitermesse" ermutigt, wandte er sich mit der ungewöhnlichen Bitte, das ehemalige "Haus des Lehrers" nutzen zu dürfen, an das Liegenschaftsamt der Stadt Magdeburg und fand sofort offene Ohren und Unterstützung.
Noch bis Ende nächster Woche werden die Ergebnisse der studentischen kreativen Schreibwerkstatt für die Magdeburger und deren Gäste auf dem nördlichen Teil des Breiten Weges weithin sichtbar sein.

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