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Im Doppelpack: Facharbeiterbrief und Ingenieurdiplom

23.06.1999 - (idw) Fachhochschule Ulm

Ab Wintersemster 2000/01 können Studierende an der Fachhochschule Ulm (FHU) innerhalb von 4,5 Jahren eine zukunftsweisende Doppelqualifikation erwerben. Rektor Professor Dr. Günther Hentschel und IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle setzten ihre Unterschrift unter eine Kooperationsvereinbarung, die in Deutschland einzigartig ist: Kooperative Studiengänge im Maschinenwesen nach dem Ulmer Modell ermöglichen leistungorientierten jungen Menschen sowohl eine berufspraktische Ausbildung zum Industriemechaniker als auch ein Fachhochschulstudium auf den Gebieten Maschinenbau, Energietechnik, Produktionstechnik oder Fahrzeugtechnik.

Die Prüfung zum Industriemechaniker wird vor der IHK Ulm abgelegt, während der Diplom-Ingenieur an der FHU erworben wird. Um beide Abschlüsse in einer attraktiv kurzen Zeitspanne zu ermöglichen, hat die FHU eine Trimester-Struktur eingeführt. Innerhalb des Grundstudiums von 2,5 Jahren erhält der Studierende seine berufspraktische Ausbildung. An ihr beteiligt sich neben der Ausbildungsfirma auch die Berufsschule Ulm, welche einen entsprechend koprimierten Blockunterricht anbieten wird. In diesem ersten Studienabschnitt erwirbt der Studierende das Vordiplom und den Facharbeiterbrief. Der zweite Studienabschnitt umfaßt das zweijährige Hauptstudium, an dessen Ende die Diplom-Prüfung abgelegt wird. Semesterferien im üblichen Sinne wird es nicht mehr geben. Stattdessen stehen den Studierenden 30 Tage Urlaub im Jahr zu.

Mit insgesamt 4,5 Jahren ist die Studiendauer nur unwesentlich länger als beim klassischen Fachhochschulstudiengang. Dessen Regelstudienzeit beträgt normalerweise vier Jahre, wobei ein achtwöchiges Vorpraktikum hinzukommt. Inhaltlich wird das gleiche Wissen wie im herkömmlichen Studiengang vermittelt. Zulassungsvorausssetzung für die kooperativen Studiengänge ist das Abitur oder die Fachhochschulreife. Ferner muß für die gesamte Studiendauer mit einer Firma ein Vertrag über die praktischen Studienabschnitte abgeschlossen werden. In diesem Vertrag wird auch die Vergütung geregelt, welche die Firma dem Studierenden während des Studiums bezahlt.

Das Ulmer Modell bietet nicht nur eine Alternative zum klassischen Fachochschulstudium, sondern auch zum Studium an einer Universität oder Berufskademie. Firmen garantiert es den Vorteil, sich den für das Unternehmen am besten geeigneten Studienbewerber aussuchen zu können und dessen Ausbildung entsprechend den Unternehmensanforderungen durch folgende Faktoren von Angang an mitzugestalten:

- Die Ausbildung zum Industriemechaniker findet in der Ausbildungsfirma statt.
- Die praktischen Studientrimester werden in der Ausbildungsfirma absolviert.
- Die Diplomarbeit wird in der Ausbildungsfirma angefertigt.

Die enge Verzahnung zwischen dem berufspraktischen Teil in der Ausbildungsfirma und dem theoretischen wie dem firmenübergreifenden praktischen Teil an der FHU schafft beste Voraussetzungen für einen Ingenieur-Nachwuchs, der den Wirtschaftsstandort Deutschlands sichern hilft. Ferner macht das Ulmer Modell Studiengänge in Feldern wieder attraktiv, die in den letzten Jahren einen herben Einbruch der Studienanfängerzahlen zu verzeichnen hatten. Die Entwicklung der kooperativen Studiengänge im Maschinenwesen in Zusammenarbeit mit der IHK Ulm ist außerdem ein beispielgebendes Zeichen, wie Institutionen vor Ort gemeinsam zu neuartigen Konzepten finden, die zum Vorteil einer Region genutzt werden können.

Weitere Information zu den kooperativen Studiengängen im Maschinenwesen erteilt das Studentensekretariat, Tel. (07 31) 50-2 81 02 oder Fax (07 31) 50-2 82 70, E-Mail: g.wolf@fh-ulm.de.

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Werner Schweizer, FB Maschinenbau, Tel. (07 31) 50-2 81 20 sowie Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, Tel. (07 31) 1 73-1 12.

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