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Reinigung in Schulgebäuden nicht vernachlässigen

25.06.1999 - (idw) Umweltbundesamt (UBA)

Die Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes, der Wissenschaftler von Universitäten und Behörden des Bundes und der Länder angehören, beobachtet mit Sorge die teilweise katastrophalen hygienischen Zustände in Schulen in Deutschland. Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen aus jüngster Zeit weisen auf erhebliche Defizite hin. Wegen des immer enger werdenden finanziellen Spielraumes der Kommunen werden Reinigungsmaßnahmen in Schulen an vielen Stellen auf ein nicht mehr akzeptables Minimum verringert. In einigen Fällen ist besonders der Sanitärbereich betroffen. Dies ist um so bedenklicher, als die Erfahrung zeigt, daß eine Vernachlässigung der Sauberkeit in diesem Bereich auch das Hygienebewußtsein der Schüler nachhaltig negativ beeinflußt. Aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge sollte aber gerade bei den Reinigungs-maßnahmen nicht gespart werden.

Der vollständige Text der Stellungnahme der Kommission Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes lautet wie folgt:

Die Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes beobachtet mit Sorge, daß in Schulen teilweise katastrophale hygienische Zustände anzutreffen sind. Aufgrund des zunehmend enger werdenden finanziellen Spielraumes der Kommunen werden Reinigungsmaßnahmen in Schulen an vielen Stellen auf ein nicht mehr akzeptables Minimum reduziert. Der den Schulen gebotene Anreiz, an der Reinigung eingesparte Haushaltsmittel ganz oder teilweise zur Aufstockung der Gelder für Unterrichtszwecke zu verwenden, trägt überdies dazu bei, daß die in ihrer Bedeutung unterschätzte Reinigung hintangestellt wird. In einigen Fällen ist besonders der Sanitärbereich betroffen. Dies ist um so bedenklicher, als die Erfahrung zeigt, daß eine Vernachlässigung der Sauberkeit in diesem Bereich auch das Hygienebewußtsein der Schüler nachhaltig negativ beeinflußt.

Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen aus jüngster Zeit weisen auf erhebliche Defizite bei der Durchführung der Reinigung hin. Es ist zu befürchten, daß sich dies insgesamt nachteilig auf den Gesundheitszustand der Schüler auswirken wird. Aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge sollte gerade an Reinigungsmaßnahmen nicht gespart werden. Es muß auch bedacht werden, daß mangelhafte Reinigung unter Umständen einen Schädlingsbefall nach sich ziehen kann, der dann wieder mit hochwirksamen Bioziden bekämpft werden muß. Diese wiederum können wegen ihrer Toxizität auch nachteilige Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.

Die Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes weist auf die aus hygienischer Sicht problematische Situation in vielen Schulgebäuden hin. Sie fordert alle Verantwortlichen auf, für angemessene Voraussetzungen in Schulen zu sorgen. Dies bezieht sich auf die Ausstattung des Gebäudes, die Situation während des Schulbetriebes und erzieherische Aspekte.

· Fußbodenbeläge in Schul- und Klassenräumen sollten aus einfach zu reinigenden Materialien bestehen; kritische Bereiche (Sanitärbereiche) sollten mit wischfesten Wand- und Bodenmaterialien ausgestattet sein. Diese sind regelmäßig auf vorhandene Beschädigungen zu kontrollieren und instand zu halten. Der Sanitärbereich sollte mit Waschbecken mit fließend kaltem und warmem Wasser, Seifen- und Handtuchspendern ausgestattet sein.

· Gründliche, tägliche Reinigungsmaßnahmen gehören in Schulen aufgrund der hohen Belegungsdichte zu den hygienischen Grundvoraussetzungen. Feuchtes Wischen mit Wasser unter Zusatz von Spülmittel bietet die beste Möglichkeit, die vielfältig eingetragenen Verunreinigungen zu beseitigen. Besonders für Sanitärräume ist eine tägliche Reinigung unverzichtbar. Aus infektionsprophylaktischen Gründen ist eine desinfizierende Reinigung nicht notwendig. Allerdings kann eine solche Maßnahme bei besonderem Bedarf (zum Beispiel Verschmutzung mit Fäkalien, Blut oder Erbrochenem) erforderlich sein*). In einem speziellen Hygieneplan sollte festgelegt werden, wer zu reinigen hat, wann, wie, wie oft, in welchen Bereichen und womit (Mittel und Verfahren) zu reinigen bzw. in Sonderfällen zu desinfizieren ist.

· Die Schülerinnen und Schüler sollten im Sinne der Gesundheitsförderung und

-erziehung in regelmäßigen Abständen über die Notwendigkeit hygienischer Maßnahmen und hygienischen Verhaltens unterrichtet werden.

Berlin, den 25.06.1999

*) Weitere Informationen hierzu stehen bei den Gesundheitsämtern und bei der Geschäftsstelle der Desinfektionsmittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), Bonn, zur Verfügung (Telefon und Fax: 0228/2874022; e-Mail: Gebel@mailer.meb.uni-bonn.de)
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