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Geisteswissenschaftler in die Wirtschaft ! Bamberg bietet studienbegleitende Zusatzqualifikation

29.06.1999 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

In Bamberg können ab dem kommenden Wintersemester 99/2000 motivierte Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften während des Hauptstudiums eine Zusatzqualifikation erwerben, um ihre beruflichen Einstiegschancen in der Wirtschaft zu verbessern. Träger dieses "Praxisprogramms Wirtschaft (IHK)" ist die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken mit Sitz in Bayreuth, die das rund 400 Unterrichtsstunden umfassende Lernprogramm in enger Kooperation mit der Universität Bamberg und dem Arbeitsamt Bamberg entwickelt hat. Integriert ist ein zweimonatiges Betriebspraktikum.
Hintergrund sind veränderte Anforderungsprofile in der Wirtschaft und verringerte Arbeitsplatzchancen für Geistes- und Sozialwissenschaftler in traditionellen Berufsfeldern.

In Bamberg können ab dem kommenden Wintersemester 99/2000 Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften während des Hauptstudiums studienbegleitend eine Zusatzqualifikation erwerben, um ihre beruflichen Einstiegschancen in der Wirtschaft zu verbessern. Träger dieses "Praxisprogramms Wirtschaft (IHK)" ist die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken mit Sitz in Bayreuth, die das rund 400 Unterrichtsstunden umfassende Lernprogramm in enger Kooperation mit der Universität Bamberg und dem Arbeitsamt entwickelt hat. Ausschließlich Praktiker vermitteln in drei Semestern praxisrelevantes Wissen aus den Bereichen: Betriebswirtschaftslehre, elektronische Datenverarbeitung, Projektmanagment, Personalmanagement und Vertrieb/ Marketing. Integriert ist ein zweimonatiges Betriebspraktikum, in dem die Studierenden das Wissen anwenden und vertiefen sollen, während die Betriebe die Eignung von Geistes- und Sozialwissenschaftlern testen können. Bei der Acquisition von Praktikumsplätzen und der Vermittlung von Praktikanten ist die Universität Bamberg mit einer eigenen Koordinierungsstelle behilflich.
Gesucht werden motivierte und leistungsstarke Studierende, die neben ihrem Fachstudium an der Universität Bamberg noch genügend Zeit einplanen, um bei minstestens 50 Prozent der angebotenen Programmstunden teilweise in den Semesterferien, teilweise während der Vorlesungszeit der Universität anwesend zu sein. Nur dann ist die Voraussetzung erfüllt, um das Zertifikat der IHK zu bekommen. Die Teilnahme an dem Praxisprogramm Wirtschaft IHK ist nicht kostenlos. Teilnehmergebühr von 300 Mark und Kosten für Lehrgangsunterlagen betragen zusammen rund 500 Mark für die Gesamtdauer. Die Kosten sind für die Studierenden verhältnismäßig niedrig, da das Programm vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit finanziell gefördert wird und von der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Zuschüsse erhält.

Das Bamberger Praxisprogramm Wirtschaft ist vonseiten der Universität eine konstruktive und innovative Antwort auf die Lage vieler Geistes- und Sozialwissenschaftler (z.B. Germanisten, Lehramtsstudierende, Politologen, Soziologen), für die der traditionelle Arbeitsmarkt des Öffentlichen Dienstes, der Medien, der Kultur- und Bildungsinstitutionen in den letzten Jahren immer enger geworden ist. Sie müssen sich nach alternativen Berufsfeldern umsehen. An der Universität Bamberg befinden sich rund 3000 Studierende der Sprach- und Literaturwissenschaften, der Pädagogik, Philosophie, Psychologie, der Geschichts- und Geowissenschaften, der Politikwissenschaft, Soziologie und der Theologie im Hauptstudium.
Der Rektor der Universität Bamberg, Prof. Dr. Alfred Hierold, hält eine "rechtzeitige Antizipation der Arbeitsmarktrealität" für notwendig. Sie müsse zu einer "mentalen Öffnung der persönlichen Berufsplanung für alternative Tätigkeitsfelder führen; und zwar im Sinne einer Vorsorge, nicht im Sinne eines ´inneren´ oder gar tatsächlichen Studienabbruchs."
Das Praxisprogramm Wirtschaft baut auf Erfahrungen auf, die die Zentrale Studienberatung der Universität Bamberg in einem Kooperationsprojekt mit dem Arbeitsamt Bamberg über mehrere Jahre gewonnen hat. In einem "Forum Studium & Beruf" werden regelmäßig Informations-, Beratungs- und Trainingsveranstaltungen für Studierende durchgeführt. Hier sind die speziellen Berufsinteressen, Arbeitsmarktsituationen und Defizite von Geistes- und Sozialwissenschaftlern diskutiert worden.

Andererseits hat die Wirtschaft entdeckt, daß sich die Anforderungsprofile an die Mitarbeiter geändert haben. Neben der bisher dominaten Fachkompetenz treten zunehmend fachübergreifende soziale und kommunikative Fähigkeiten in den Vordergrund. In Bereichen wie Marketing und Vertrieb, Personalwesen, betriebliche Weiterbildung, Einkauf und Logistik, Export und Datenverarbeitung gibt es Tätigkeiten, die den "Generalisten" mit entsprechenden Schlüsselqualifikationen erfordern. "Vom zukünftigen Mitarbeiter erwarten wir mehr und mehr auch kommunikative Kompetenz, Kooperations-, Team- und Konfliktfähigkeit, analytisches Denkvermögen und daß er sich rasch, selbständig und eigenverantwortlich in neue Aufgaben einarbeitet", erklärte der Vizepräsident der oberfränkischen IHK, Dipl.-Ing. Werner Rupp, bei der Vorstellung des Programms vor der Presse kürzlich in Bamberg. Geistes- und Sozialwissenschaftler seien dazu besonders geeignet.

Anmeldeschluß für das am 1. Oktober d.J. beginnende Praxisprogramm Wirtschaft (IHK) ist der 31. August. Adresse: IHK-Bildungszentrum Bamberg, Ohmstraße 15, 96050 Bamberg, Tel.: 0951/ 91820-10; Fax: 0951/ 91820-90.
(Günter Barthenheier)
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