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"Stasi-Ausstellung" in Kassel - Positive Veranstalterbilanz

30.06.1999 - (idw) Universität Kassel

Eine positive Bilanz der Präsentation der Ausstellung "Staatssicherheit - Garant der SED-Diktatur" zog jetzt die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) als Veranstalter.
Über 2300 Einzelbesucher sowie die Teilnehmer an 70 Führungen, davon viele Schulklassen, verdeutlichen das Interesse, das die Ausstellung in Kassel hervorrief.
Informationen zum Thema:
Thomas Haubrich, Universität Gesamthochschule Kassel, Tel.: (0561) 804-3641

Kassel. Eine positive Bilanz der Präsentation der Ausstellung "Staatssicherheit - Garant der SED-Diktatur" zog jetzt die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) als Veranstalter. Die von der "Gauck-Behörde" in Berlin zur Verfügung gestellte Wanderausstellung war vom 10. bis 27. Juni im Kulturhaus "Dock 4" in Kassel zu sehen.
Über 2300 Einzelbesucher sowie die Teilnehmer an 70 Führungen, davon viele Schulklassen, verdeutlichen das Interesse, das die Ausstellung in Kassel hervorrief.
Von der Möglichkeit, einen Antrag auf Einsicht in die möglicherweise vorhandenen eigenen "Stasi-Akten" zu stellen, machten an den 18 Ausstellungstagen 150 Besucher Gebrauch.

Auch das von Wissenschaftlern der GhK, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, konzipierte Begleitprogramm mit sechs Vorträgen, einer Lesung und einer Filmvorführung fand einen überraschend großen Publikumszuspruch: Etwa 550 Interessierte besuchten die Veranstaltungen.

Die GhK war die erste Universität in Deutschland, die die Ausstellung präsentierte. Die Erwartung, die Besucher über Methoden und Funktion der Staatssicherheit, über Motive für die Zusammenarbeit, Möglichkeiten des Widerstandes oder den Umgang mit der Vergangenheit nach 1989 zu informieren und Möglichkeiten zur Diskussion zu geben, habe sich erfüllt, so die Organisatoren des Begleitprogramms Prof. Dr. Ulrich Mayer, Dr. Gerhard Henke Bockschatz und Thomas Haubrich. Unerwartet stark gewesen sei das Interesse von DDR-Bürgern, aber auch Menschen, die aus der DDR geflüchtet waren oder im Gefängnis gesessen hatten, an der Ausstellung und den Veranstaltungen. Es sei ein starkes Bedürfnis offenkundig geworden, über die eigenen Erfahrungen in der DDR oder mit der Stasi zu reden. Durch die zum Teil erschütternden Berichte hätten auch viele Besucher aus den "alten Ländern" einen besonderen Einblick in diesen Teil deutscher Geschichte erhalten. Aber auch das erhoffte Gespräch zwischen Ost- und Westdeutschen habe stattgefunden.
Vielleicht haben die Ausstellung, die Vorträge und die Gespräche ihren Teil zum besseren Verständnis der DDR beigetragen, so die Hoffnung der Veranstalter. So könne auch den Problemen und dem immer noch vorhandenen Unverständnis im Zusammenwachsen der alten und neuen Bundesländer begegnet werden.
Th. Haubrich
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