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Weltweites Expo-Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover registriert

09.07.1999 - (idw) Tierärztliche Hochschule Hannover

Weltweites Expo-Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover registriert

Auf dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover haben gestern Dr. Christian Ahrens von der Expo GmbH und der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Volker Moennig, den Vertrag zur Registrierung des Weltweiten Expo-Projektes "Ökobilanz der Legehennenhaltung - ein Ruthe2000-Projekt" unterzeichnet. Im Rahmen dieses Projektes wollen Wissenschaftler der TiHo ein Konzept für eine Legehennenhaltung, die umweltverträglich, tierschutzgerecht, verbraucherorientiert und zugleich wettbewerbsfähig ist, entwickeln. "Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des in dieser Woche verkündeten Urteils des Bundesverfassungsgerichtes erscheint es uns wichtig, der zum Teil sehr emotional geführten Diskussion um die Legehennenhaltung eine wissenschaftlich fundierte, rationale Basis zu geben", sagte Prof. Moennig während der Registrierungsfeier.
Seit einem Jahr untersucht man auf dem Lehr-und Forschungsgut Ruthe der Hochschule, wie sich verschiedene Haltungsformen, die konventionelle Käfighaltung, die Bodenhaltung und die Volierenhaltung, auf Hühner und Umwelt auswirken. Damit hat die TiHo vor dem Hintergrund des Urteils des Verfassungsgerichtes jetzt schon das Fundament gelegt, die notwendigen Erkenntnisse für eine artgerechte Hennenhaltung zu erlangen.
Auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels betonte gegenüber der Presse, daß es jetzt darum gehe, Alternativen zu erforschen, die gesellschaftlich nicht nur unter Tierschutz-, sondern auch unter Umweltgesichtspunkten akzeptabel sind. "Dazu dient das Forschungsgut Ruthe, das wegen seiner Einzigartigkeit in Europa immens wichtig ist", so Bartels weiter.

Erste Ergebnisse aus den verschiedenen Legehennen-Haltungsformen, die noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden müssen, stellte Prof. Dr. Jörg Hartung, Direktor des Instituts für Tierhygiene und Tierschutz, vor. Danach ist der Staubgehalt der Luft in den Käfigen, die jeder Henne einen Platz von 690 Quadratzentimetern bieten, am geringsten - verglichen mit den anderen Haltungsformen: Der Staubgehalt in der Voliere ist fünfmal höher, in der Bodenhaltung liegt er 50 Prozent über den Werten der Käfige. Die Luft in der konventionellen Haltung ist auch aus mikrobiologischer Sicht weniger belastet: In den Volieren haben die Wissenschaftler der TiHo bis zu zehn Millionen Keime pro Kubikmeter gezählt, in den Käfigen lediglich 40 000 (Bodenhaltung: 100.000 pro Kubikmeter Luft).
Einen weiteren Schwerpunkt des Weltweiten Projektes "Ökobilanz der Legehennenhaltung" stellen die wissenschaftlichen Untersuchungen zu den ökologischen Folgen der Geflügelhaltung dar. In diesem Zusammenhang werden unter anderem Stoff- und Energieströme erfaßt und Vorschläge zur Reduktion negativer Umweltauswirkungen erarbeitet.
"Durch den Ausbau und die nachhaltige Nutzung des Lehr- und Forschungsgutes Ruthe entsteht ein Zentrum für die Tiermedizin und die Landwirtschaft, das helfen kann, ökologische Probleme in der breit angelegten Form, wie sie die Ökobilanz der Legehennenhaltung vorsieht, zu lösen", so die Überzeugung von Minister Bartels.


Weitere Informationen erteilen:

Prof. Dr. Jörg Hartung, Institut für Tierhygiene und Tierschutz,
Tel: 0511 / 953 8831
Prof. Dr. Josef Kamphues, Institut für Tierernährung, Tel: 0511 / 856 7301
Prof. Dr. Ulrich Neumann, Klinik für Geflügel, Tel: 0511 / 953 8778
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