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Erster DFG-Transferbereich der Informatik an der Universität Erlangen-Nürnberg

12.07.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Mit dem Transferbereich 21 "Operationales Prozeß- und Datenmanagement für Großprojekte im Anlagenbereich" hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den ersten Transferbereich (TFB) an der Universität Erlangen-Nürnberg eingerichtet. Der TFB 21 ist gleichzeitig auch der erste Transferbereich im Fachgebiet Informatik in Deutschland. Transferbereiche sind eine 1996 neu von der DFG eingerichtete Fördermaßnahme, mit der eine Umsetzung von Ergebnissen aus der von ihr geförderten Grundlagenforschung in eine industrielle Nutzung unterstützt werden soll. Die Schaffung von Transferbereichen geht auf eine Initiative des früheren Präsidenten der Universität Erlangen-Nürnberg, Professor Dr. Nikolaus Fiebiger, zurück, der einen Wissenstransfer durch eine Teilnahme von Wissenschaftlern aus einschlägigen Unternehmungen der Wirtschaft bereits 1994 in seinem Geleitwort zu dem von Professor Dr. Hartmut Wedekind im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 182 herausgegebenen Buch "Verteilte Systeme" gefordert hatte.

Ziel des Transferbereichs ist es, die in den letzten 12 Jahren im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 182, "Multiprozessor- und Netzwerkkonfigurationen", erarbeiteten Konzepte zusammen mit heute verfügbaren Produkten im Rahmen von prototypischen Entwicklungen einzusetzen. In Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus Unternehmen sollen die in der Grundlagenforschung entwickelten Konzepte so weiterentwickelt und mit verfügbaren Softwareprodukten kombiniert werden, daß deren Industrietauglichkeit demonstriert werden kann. Der TFB wird vom 1. Juli 1999 bis zum 30. Juni 2002 von der DFG mit insgesamt 1,5 Millionen Mark gefördert. Die beteiligten Unternehmen engagieren sich in dem Projekt zusätzlich mit einem Personalaufwand von 16 Personenjahren und ca. 125 000 Mark Sachmitteln.

Kooperationspartner im TFB 21 sind der Lehrstuhl für Datenbanksysteme (Prof. Dr. Hartmund Wedekind und Prof. Dr. Stefan Jablonski) und die Siemens AG, ZT SE 5 (Dipl.-Inf. G. Höfner) sowie der Lehrstuhl für Betriebssysteme (Prof. Dr. Fridolin Hofmann und Dr. Jürgen Kleinöder) und die 3 SOFT GmbH, Erlangen (Dr. B. Hindel). Sprecher ist Professor Hofmann vom Lehrstuhl für Betriebssysteme.


Komplexes Anwendungssystem

Die zentrale Aufgabe des Transferbereichs ist der Aufbau und die Teilrealisierung eines komplexen Anwendungssystems, welches ein Anwendungsszenario aus dem Bereich Anlagentechnik des Projektpartners Siemens darstellt. Siemens wird die inhaltlichen Grundlagen der Beispielanwendung in das Projekt einbringen. Siemens verspricht sich von dem Transferbereich wesentliche Erkenntnisse und Evaluierungsergebnisse über eine neue Softwaretechnologie, die eine Verkürzung künftiger Projektabwicklungszeiten bei gleichzeitig höherer Qualität der Produkte ermöglichen kann. Für die universitären Projektpartner stellt ein realistisches Anwendungsszenario, wie es von Siemens bereitgestellt werden kann, eine ideale Möglichkeit dar, die Tragfähigkeit von bislang in der Grundlagenforschung des SFB entwickelten Konzepten und Methoden zu verifizieren.

Für die Firma 3 SOFT ergeben sich aus dem Transferbereich zwei Zielsetzungen: zum einen können bisherige Entwicklungen in ungleich größeren und komplexeren Anwendungsszenarien auf ihre Eignung als allgemeines Konzept zur flexiblen Erstellung von komponentenbasierender Software überprüft werden, zum anderen werden durch die universitären Partner bislang fehlende Grundkonzepte beigesteuert, um so das bisherige Anwendungsfeld der Komponentenarchitektur der Firma 3 SOFT erheblich zu erweitern.

Neben der konkreten Umsetzung grundlegender konzeptioneller Arbeiten soll durch die Kooperation in dem TFB das durch die Arbeiten im SFB 182 angesammelte umfangreiche Know-how auf den Gebieten Workflow-Management und Objekttechnologie in verteilten Systemen zu den Projektpartnern transferiert werden. Da diese Technologien in letzter Zeit auch für die Industrie sehr große Bedeutung erlangt haben, auf der anderen Seite aber nur sehr wenig Know-how-Träger verfügbar sind, ist diese Aufgabe besonders wichtig.

* Kontakt:

Prof. Dr. Fridolin Hofmann, Dr.-Ing. Jürgen Kleinöder
Lehrstuhl für Betriebssysteme
Martensstraße 1, 91058 Erlangen
Tel.: 09131/85 -27276, -28028, Fax: 09131/85 -28732
E-mail: kleinoeder@informatik.uni-erlangen.de
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