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Erstes europäisches Graduiertenkolleg: Neuer Schwerpunkt in der Materialforschung

15.07.1999 - (idw) Universität des Saarlandes

Pilotprojekt fördert Doktoranden im Dreiländereck zwischen
Deutschland-Frankreich-Luxemburg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet ab dem 1.10.1999 an der Universität des Saarlandes ein europäisches Graduiertenkolleg ein. Das Pilotprojekt mit dem Titel "Physikalische Methoden der strukturellen Erforschung neuer Materialien" gehört zu den ersten europäischen Kollegs, die von der DFG gefördert werden.
Die 25 Doktoranden aus den Bereichen Chemie, Biochemie, Physik, Geologie und Pharmazie erforschen Methoden, um unterschiedlichste Materialien aus der belebten oder unbelebten Natur zu analysieren - und zwar schneller und umfassender. Im Zentrum steht dabei die Massenspektrometrie - eine physikalische Methode, mit deren Hilfe die Zusammensetzung eines Materials untersucht werden kann. Die Saar-Uni wird eng mit den französischen Universitäten in Straßburg, Metz und Nancy sowie dem Luxemburger "Centre d´Etudes" zusammenarbeiten.
Eine umfassende Erforschung z.B. der Massenspektrometrie kann an einem Standort allein meist nicht gewährleistet werden, da die Methode nicht nur aufwendig, sondern auch teuer ist. Im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg werden nun im Rahmen des Graduiertenkollegs die Kompetenzen in vielfältigen Anwendungen gebündelt , - zum Vorteil der Forschung und der Nachwuchswissenschaftler.
Kennzeichnend für das Graduiertenkolleg ist jedoch nicht nur eine interdisziplinäre, sondern auch eine interkulturelle Ausbildung. Die Doktoranden werden mindestens 6 Monate an einer der anderen Hochschulen verbringen und so auch die Kultur und die Sprache des Landes kennenlernen. Die Ausbildung erfolgt mehrsprachig (deutsch, französisch, englisch).
Einmal im Jahr kommen die Stipendiaten aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg für mehrere Wochen in einer sogenannten "Sommer-Schule" zusammen. Hierbei soll nicht nur Grundlagenwissen über die verwendeten Methoden vermittelt, sondern auch Probleme der Materialsynthese und - charakterisierung behandelt werden.
Mit der Einrichtung des neuen Graduiertenkollegs erhält die Materialforschung an der Universität des Saarlandes einen weiteren Schwerpunkt. In den nächsten 3 Jahren stehen diesem Pilotprojekt in der Foschungsförderung zwischen Deutschland und Frankreich rund 2 Mio. DM zur Verfügung.
Bundesweit fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft ab Oktober insgesamt 26 neue Graduiertenkollegs, - darunter erstmalig auch drei europäische und ein internationales. Der Förderungszeitraum umfaßt zunächst 3 Jahre.

Weitere Informationen: Prof. Michael Veith, Universität des Saarlandes, Anorganische Chemie (Tel. 0681/ 302-3415).
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