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Landwirtschaft: Energiesparen hilft Geld sparen

16.07.1999 - (idw) Umweltbundesamt (UBA)

Umweltbundesamt und Verband der Landwirtschaftskammern geben Tips, wie Landwirte Energie besser nutzen können

Die Landwirtschaft hat einen Anteil von knapp vier Prozent am gesamten Energiebedarf in Deutschland. Durch den effizienteren Einsatz von Energie in den landwirtschaftlichen Betrieben läßt sich der Energieverbrauch weiter senken. Das ist aktiver Klimaschutz und spart Geld. Praktische Tips zum Energiesparen haben jetzt der Verband der Landwirtschaftskammern und das Umweltbundesamt in einem Informationspaket mit einer Broschüre für die landwirtschaftliche Beratung, einer Checkliste und einem Faltblatt zusammengestellt.

In vielen Bereichen läßt sich in den landwirtschaftlichen Betrieben noch wertvolle Energie sparen: zum Beispiel durch die Wärmedämmung der Gebäude, beim Stallklima, bei der Lagerung landwirtschaftlicher Güter, der Fütterung, den landwirtschaftlichen Maschinen und der Milchproduktion. Hier zum Beispiel verbrauchen die Melkanlage sowie die Kühlung und Lagerung der Milch die meiste Energie. Einsparpotentiale gibt es genügend. Durch eine regelmäßige Wartung der Kühlaggregate lassen sich unnötige Energieverluste vermeiden. Der Einsatz von Rohrschlangen- oder Plattenkühlern verringert den Energieverbrauch um die Hälfte.

Die Energieberatung der landwirtschaftlichen Betriebe ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist freiwillig und muß von den Landwirten selbst bezahlt werden. Die 80seitige, leicht zu handhabende Broschüre für die landwirtschaftliche Praxis unterstützt den Energieberater vor Ort.

Mit der Checkliste lassen sich die speziellen Bedingungen in jedem einzelnen Betrieb erfassen. Auf 25 Seiten können Daten zur Größe, Struktur und Ausstattung jedes Betriebs erfaßt werden. So können die Berater zusammen mit den Landwirten herausfinden, wo Möglichkeiten zum Energiesparen bestehen. Gleichzeitig lassen sich auch die Kosten für die Umsetzung bestimmen.
Das Faltblatt ist gut geeignet für die Öffentlichkeitsarbeit. Es macht auf die Problematik und auf kompetente Beratungsangebote aufmerksam.

Strohhäcksel auf Güllebehältern: weniger Geruch, weniger Schadstoffe: Auch in einem zweiten Bereich können Landwirte preiswert das Klima entlasten: durch die Benutzung von Strohäckselabdeckungen auf Güllebehältern. Sie sind wesentlich preisgünstiger als Kunststoffabdeckungen. Das hat die Landwirtschaftskammer Weser-Ems im Auftrag des Umweltbundesamtes in dem Forschungsprojekt "Quantifizierung der Freisetzung von klimarelevanten Gasen aus Güllebehältern mit und ohne Strohhäckselabdeckung" herausgefunden.
Güllelagerstätten haben zwei große Nachteile: Der Geruch ist lästig, und es werden die klimaschädigenden Gase Methan, Kohlendioxid und Lachgas sowie zusätzlich Ammoniak frei. Diese Probleme lassen sich weitgehend lösen, indem man eine circa 20 Zentimeter dicke Schicht aus Strohhäckseln mit einem Feldhäcksler aufbringt. Die Landwirtschaftskammer Weser-Ems hat dieses Verfahren entwickelt und getestet. Ergebnis: Die Geruchsbelästigung geht deutlich zurück. Gleiches gilt für den Ausstoß von Ammoniak, Methan und Kohlendioxid. Die Freisetzung von Lachgas wurde nur wenig verringert. Wichtig ist es, daß sich die Strohabdeckungen problemlos mit Mixern zerstören und in die Gülle einmischen lassen. Dadurch werden Verstopfungen beim Ausbringen der Gülle vermieden.
Dokumentiert sind die Ergebnisse in dem Text Nr. 38/99 des Umweltbundesamtes: "Energiesparen und Emissionsminderung in landwirtschaftlichen Betrieben". In diesem Text sind auf 40 Seiten außerdem die wesentlichen Potentiale zum Energiesparen in der Landwirtschaft in deutscher und englischer Sprache aufgeführt.

Berlin, den 16.07.1999

! Das Informationspaket "Energiesparen in der Landwirtschaft mit der Beraterbroschüre für die landwirtschaftliche Beratung, der Checkliste und dem Faltblatt ist kostenlos erhältlich beim Verband der Landwirtschaftskammern, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, sowie beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/8903-2912.

Die Veröffentlichung "Energiesparen und Emissionsminderung in landwirtschaftlichen Betrieben "Möglichkeiten zur rationellen Energienutzung und zur Minderung der Emissionen klimarelevanter Spurengase landwirtschaftlicher Betriebe" ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nr. 38/99 erschienen, umfaßt 80 Seiten und kostet 15,- DM. Sie kann gegen Einsendung eines Verrechnungsschecks an die Firma Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1 - 2, 10787 Berlin, bestellt werden. Bitte bei der Bestellung TEXTE 38/99 angeben und auch den Absender nicht vergessen.
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